Neues Förderprogramm für Kirchenbau in Europa beschlossen

14.04.2014

Die Mitglieder der Dienstleistungsgruppe gemeinsam mit Stammapostel Jean-Luc Schneider (Foto: NAKI)

Zürich. Es gibt einen zweiten Fördertopf für Kirchenbauten in Europa: in ihrer letzten Sitzung Anfang April verständigten sich die europäischen Bezirksapostel auf ein neues Förderprogramm. Es soll eine Fördersumme von 25 Millionen Euro umfassen und Baumaßnahmen vor allem in Berlin-Brandenburg und Mitteldeutschland beinhalten. Es ist das erklärte Ziel, Gottesdienstbesuchern bedarfsgerechte Kirchenräume zur Verfügung zu stellen und die zukünftigen Unterhalts-und Betriebskosten zu reduzieren Bereits 2008 war ein erstes Förderprogramm erfolgreich aufgelegt worden, mit dessen Hilfe bis heute vier neue Kirchen errichtet werden konnten.

Damals betrug die Förderungssumme fünf Millionen Euro. Doch schon 2007 war den beteiligten Bezirksaposteln klar, dass ein zusätzlicher hoher finanzieller Bedarf besteht, um die Bausubstanz neuapostolischer Kirchengebäude allein in Europa zu erhalten. Das ungefähre Ausmaß dieses Investitions- und Modernisierungsstaus liegt bei etwa 600 Millionen Euro – eine Summe, die niemand bewältigen kann. Einzelne Gebietskirchen sind dabei besonders hart betroffen. Nach eingehenden Überlegungen wurde daher beschlossen, zunächst erst einmal eine Erhebung der Bausubstanz und des funktionellen Bedarfs aller kirchlichen Gebäude durchzuführen wird. Mit Hilfe von „Stratus“ – einer Software, die es möglichmacht, strategische Ziele zu unterstützen und Auswertungen zu analysieren, wurde diese Erhebung angegangen.

Erstes Förderprogramm in 2008

In 2008 wurde parallel dazu ein erstes Förderprogramm über fünf Millionen Euro beschlossen, auch um einen Ausgleich zu schaffen und Erfahrungen zu sammeln. Fünf Kirchenbauprojekte, je eine Baumaßnahme in den fünf östlichen Bundesländern, wurden in die Förderliste aufgenommen (wir berichteten). Das letzte Projekt steht noch aus, alle anderen wurden bereits fertiggestellt. Das Programm hat sich bewährt, so die einhellige Meinung der Bezirksapostel. Damals wurde auch die „Dienstleistungsgruppe Förderprogramm Kirchenbau Europa“ (DLG-FKE) installiert und von der Bezirksapostelversammlung beauftragt, diese Maßnahmen fachlich zu begleiten. Die Gruppe ist mit je zwei Fachleuten aus dem Seelsorge-, Finanz- und Baubereich besetz. Bis zum 13.05.2014 wird sie von Bezirkspostel Wilfried Klingler geleitet, danach übernimmt Bezirksapostel Rainer Storck die Verantwortung.

Zweites Förderprogramm in 2015

Das zweite Förderprogramm umfasst 25 Millionen Euro. Es soll helfen, den überdurchschnittlichen Bedarf an Sanierungen und Neubauten in Berlin-Brandenburg und Mitteldeutschland zu decken und so den Investitionsstau deutlich zu verringern. Die dafür erforderlichen Mittel werden von den Gebietskirchen Norddeutschland, Nordrhein-Westfalen, Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, Süddeutschland und der Schweiz aufgebracht, obwohl auch sie im eigenen Bereich hohe Ausgaben zur Bestandpflege ihrer Kirchengebäude haben. Sechs jährliche Raten in den Jahren 2015 bis 2020 werden auf ein Förderkonto eingezahlt. Die DLG FKE begleitet auch dieses neue Programm.

Zugleich werden auch die einschlägigen Richtlinien angepasst. Neben der erforderlichen vorausschauenden Standortplanung, einer Gemeinde- und Standortentwicklung bis 2030 und einer Objektstrategie pro Gebäude unter Berücksichtigung der Gebäuderestnutzungszeit, der Qualität der Bausubstanz und der Übereinstimmung mit behördlichen Bestimmungen, ist die Einhaltung verschiedener Vorgaben – dazu zählen vorgesehene Mindestauslastungen, Benchmarks für die Sitzplatzkosten, Raumstandards etc. – Voraussetzung, um erforderliche Mittel aus dem Fördertopf beantragen zu können. Die DLG FKE überprüft eingehende Anträge und berichtet regelmäßig der Bezirksapostelversammlung.

Solidarität und enge Kooperation

Derzeit arbeitet sie an einem Controlling-Konzept, das eine optimale und transparente Mittelverwendung gewährleisten soll und die notwendigen personellen und IT-Ressourcen für die Umsetzung quantifiziert. Die enge Kooperation zwischen den Gebietskirchen in Europa und die gegenseitige Solidarität untereinander wird in den kommenden Jahren deutlich unter Beweis gestellt – darin sind sich die Bezirksapostel einig.

Die Dienstleistungsgruppe Förderprogramm Kirchenbau Europa setzt sich aus sechs Mitgliedern zusammen: Geleitet wurde sie von 2008 bis zum Mai dieses Jahres von Bezirksapostel Wilfried Klingler. Ab Mai wird Bezirksapostel Rainer Storck die Leitung übernehmen. Er vertritt mit Apostel Jürgen Loy den Bereich Seelsorge. Dirk Hiddessen und Joachim Raff sind Fachleute im Baubereich und Kurt Brenner und Eberhard Dodt vertreten den Finanzbereich.

Kategorie: Europa, Deutschland, Schweiz, Frankreich