Workshop „Die Neuapostolische Kirche in Bewegung“

13.06.2007

Foto: G. Scheunemann

Köln. Freitag, 08.06., 16:45 Uhr – die Krypta der St. Gertrud-Kirche in der Kölner City war Treffpunkt für gut 60 interessierte Besucher des 31. Evangelischen Kirchentags. Dr. Andreas Fincke, stellvertretender Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin, führte durch einen Workshop zum Thema „Die Neuapostolische Kirche in Bewegung“.

Der EZW-Referent gab zunächst einen Überblick über die bisherige Entwicklung in der NAK und bezeichnete sie als „Sondergemeinschaft“. Ausdrücklich betonte er, dass der Begriff „Sekte“ in der heutigen konfessionellen Auseinandersetzung nicht mehr angemessen sei. Er machte deutlich, dass die NAK im Vergleich mit den beiden großen Kirchen zwar verhältnismäßig klein sei, im Vergleich zu den übrigen Freikirchen jedoch mit Abstand die größte darstelle und schon deshalb besondere Beachtung verdiene.

Im historischen Abriss streifte er verschiedene Themen, beispielsweise die Notwendigkeit des Apostelamtes oder die Frage der Exklusivität. Hier habe lange Zeit der Eindruck vorgeherrscht, die NAK habe das Heil „gepachtet“.

Die seiner Aussage nach bemerkenswerten Veränderungen ab Anfang der 1990er Jahre führte er maßgeblich auf drei Einflüsse zurück: mit der Ausbreitung des Internet seien Auswirkungen auf die religiöse Kultur weltweit verbunden gewesen, ebenso hätten kritische Bücher und Berichte von Aussteigern zu vermehrten Diskussionen geführt. Damit verbunden gewesen sei ein zunehmender Wunsch nach Neupositionierung der NAK bei Amtsträgern und Mitgliedern. Als – gerade in der Außensicht – „sensationell“ bezeichnete er das geänderte Heils- und Taufverständnis der Neuapostolischen Kirche seit dem Uster-Informationsabend von Januar 2006.

Die Apostel Volker Kühnle und Rolf Wosnitzka, Mitglieder der kircheninternen Projektgruppe Ökumene, waren ebenfalls unter den Teilnehmern. Im Einverständnis mit Dr. Fincke beantworteten sie viele Fragen aus dem Zuhörerkreis. Apostel Kühnle verdeutlichte, dass sich die Kirche bereits ab Mitte der 1970er Jahre geöffnet habe und nicht erst in den 90er Jahren. Zurzeit sei die Neuapostolische Kirche damit beschäftigt, sich einen eigenständigen Katechismus zu geben. Darin würden viele Fragen von heute grundlegend beantwortet werden.

Apostel Kühnle wertete es als sehr positiv, dass die EZW diese Veranstaltung angesetzt und den Mitgliedern der PG Ökumene bewusst Gelegenheit zur Äußerung gegeben hat.

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