6.4 Der Glaube an die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche

In der Kirche Jesu Christi, die vom Herrn auf Erden gestiftet ist, wird das Heil zugänglich. Die ihr zugehörigen Menschen sind von Gott zur ewigen Gemeinschaft mit Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, herausgerufen. In der Kirche wird der dreieinige Gott angebetet; Mittelpunkt des kirchlichen Lebens ist der Gottesdienst.

Die Kirche Christi ist in ihrem geistigen Wesen und ihrer Vollkommenheit verborgen und nur im Glauben erfassbar. In der geschichtlichen Verwirklichung ist sie jedoch erkennbar und erlebbar. Im dritten Glaubensartikel wird bekannt: „Ich glaube an [...] die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche“. Die Kirche ist demnach Gegenstand des Glaubens.

In den ersten drei Glaubensartikeln wird der Glaube an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, bekannt. In gleicher Weise bekennen die Christen von alters her den Glauben an die Kirche. Daran wird deutlich: Die Kirche ist nichts Äußerliches, nichts Nebensächliches, sondern gehört zu den grundlegenden Inhalten christlichen Glaubens. Ohne Kirche ist Christsein nicht möglich.

EXTRAKT

Alles, was Kirche ist und sein wird, ist in Jesu Wort, Werk und Wesen angelegt. (6.3)

Die Kirche verweist in ihrem Wesen auf die Doppelnatur Jesu Christi. Seine göttliche Natur ist verborgen, seine menschliche Natur ist sichtbar. Auch die Kirche hat eine unsichtbare und eine sichtbare Seite, die unauflösbar zusammengehören. (6.3)

Die unsichtbare Seite der Kirche ist wahrnehmbar in den Heilswirkungen der Sakramente und des Wortes Gottes. (6.3)

Die sichtbare Seite der Kirche hat wie der Mensch Jesus teil an der allgemeinen Menschheitsgeschichte. Im Gegensatz zu ihm aber unterliegen die in ihr handelnden Menschen der Sünde. Von daher finden sich in der Kirche auch Irrtümer, Irrwege und Entgleisungen wieder, die der Menschheit zu eigen sind. (6.3)

Kirche gehört zu den grundlegenden Inhalten christlichen Glaubens. Ohne Kirche ist Christsein nicht möglich. (6.4)

Siehe auch