5.3.2.5 Das Bilderverbot

In der Umgebung Israels wurden Gestirne und Naturphänomene, Statuen, Tierfiguren, Steine und Ähnliches als Götter bzw. deren Manifestationen verehrt. Die Israeliten ließen sich von solchen Kulten beeinflussen und stellten zuweilen Bilder her, die sie verehrten, wie zum Beispiel das goldene Kalb (2Mo 32).

Das erste Gebot untersagt dem biblischen Wortlaut nach jegliche Anfertigung von Abbildern des von Gott Geschaffenen: „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!“ (2Mo 20,4.5).

Das Verbot, Bilder herzustellen und zu verehren, muss vor dem Hintergrund gesehen werden, dass es Bilder und Statuen gab, die als Gottheit verehrt und angebetet wurden.

Der Mensch soll sich kein Bild von Gott machen, sondern ihn so annehmen, wie er in der Welt in Erscheinung getreten ist: in Jesus Christus, der Selbstoffenbarung Gottes im Fleisch. Dabei geht es nicht um die äußere Erscheinungsform, sondern um Gottes Wesen und Willen (Joh 14,9).

Nach christlicher Tradition ist im ersten Gebot kein Verbot zu sehen, Bilder, Skulpturen, Fotografien oder filmische Darstellungen anzufertigen. Diese Haltung leitet sich unter anderem davon ab, dass nach biblischem Bericht Gott selbst Aufträge zur Anfertigung von Skulpturen gegeben hat (u.a. 4Mo 21,8.9).