2.4.4 Der vierte Glaubensartikel

Ich glaube, dass der Herr Jesus seine Kirche regiert und dazu seine Apostel gesandt hat und noch sendet bis zu seinem Wiederkommen mit dem Auftrag, zu lehren, in seinem Namen Sünden zu vergeben und mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen.

Der vierte Glaubensartikel spezifiziert den Glauben an die Kirche, von dem schon im dritten Artikel die Rede ist. Es geht in diesem Artikel zunächst um die Regentschaft Jesu Christi: Er ist es, der seine Kirche regiert; denn „er ist das Haupt des Leibes“ (Kol 1,18). Diese Regentschaft findet unter anderem ihren Ausdruck in der Sendung der Apostel. Der Missionsbefehl (Mt 28,19.20) zeigt, dass Evangeliumsverkündigung und Sakramentsspendung mit dem Apostolat ursächlich verbunden sind. Hier wird die Apostolizität von Kirche, von der im dritten Glaubensartikel schon grundsätzlich die Rede ist, noch einmal aufgenommen und in das konkrete Gefüge von Kirche innerhalb ihrer geschichtlichen Erfahrbarkeit gestellt.

Das Apostelamt ist innerhalb der Geschichte nicht auf die Epoche der Urkirche begrenzt, es soll seine Aufgabe bis „zu seinem [Jesu] Wiederkommen“ erfüllen. Was Jesus Christus durch seine Apostel wirkt und was für jeden Glaubenden erfahrbar ist, wird im Folgenden beschrieben: „zu lehren, in seinem Namen Sünden zu vergeben und mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen“.

Der Auftrag „zu lehren“ betrifft die rechte Verkündigung des Evangeliums von Tod, Auferstehung und Wiederkunft des Herrn.

Eine weitere Aufgabe des Apostolats ist es, in Jesu Namen die Sünden zu vergeben (Joh 20,23), also die Sündenvergebung aus dem Opfer und Verdienst Jesu Christi dem Menschen verbindlich zuzusprechen.

Zum Abschluss des vierten Glaubensartikels wird auf die Sakramente Heilige Wassertaufe und Heilige Versiegelung Bezug genommen. Das Apostolat hat die Aufgabe, mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen, also jene Sakramentsspendungen zu vollziehen, durch die das neue Sein vor Gott möglich wird.

Siehe auch