12.1.5 Gottesdienst als Gottesbegegnung

Die in der Urkirche vorhandenen vier Elemente eines Gottesdienstes zählen auch heute zu den prägenden Merkmalen, wenn die Gemeinde am Altar das immer neue Geheimnis einer Begegnung Gottes mit dem Menschen erlebt.

Die trinitarische Eingangsformel „In dem Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ ist Anrufung Gottes und Vergewisserung seiner Gegenwart. So wird jede Begegnung mit dem Dreieinigen im Gottesdienst eingeleitet, und mit dem trinitarischen Segen wird jeder Gottesdienst beendet. Das macht dem Besucher des Gottesdienstes deutlich: Gott ist gegenwärtig.

Wird im Himmel Gott von den himmlischen Heerscharen gepriesen (Jes 6,3; Offb 4,8-11), so lobt und preist auf Erden die gottesdienstliche Gemeinde den dreieinigen Gott, seine Gnade und seine Barmherzigkeit.

Der Gottesdienst zielt darauf, die Hoffnung auf die baldige Wiederkunft Christi zu stärken und die Gläubigen auf das Erscheinen des Herrn vorzubereiten. Daher ist ihnen der Gottesdienst heilig. Leichtfertiges Versäumen der Gottesdienste gefährdet die Beständigkeit in der Lehre der Apostel, der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet, wie sie die ersten Christen praktizierten.

Bei dem, der dem Gottesdienst häufig ohne zwingenden Grund fernbleibt, kann das Verlangen nach dem Empfang des Sakraments und nach dem geistgewirkten Wort schwinden. Zudem fließen ihm die Kräfte aus dem Heiligen Abendmahl nicht zu, die Sünden werden ihm nicht vergeben und ihm entgeht der mit dem Gottesdienst verbundene Segen.

Wer Gott die ihm gebührende Anbetung verweigert, indem er den Gottesdienst und die angebotene Gnade bewusst ablehnt oder gering achtet, lädt Sünde auf sich, und zwar unabhängig davon, ob er dem Gottesdienst beiwohnt oder nicht.

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