Stammapostel-Interview in "ideaSpektrum": "Jeder Apostel ist zuerst ein Diener Gottes!"

20.06.2006

Hamburg. "ideaSpektrum" heißt das Wochenmagazin mit Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt. Sie ist die auflagenstärkste evangelische Wochenzeitschrift im deutschsprachigen Europa. Stammapostel Wilhelm Leber stand Anfang April für ein umfangreiches Interview zur Verfügung.

idea-Redakteur Karsten Huhn war gut vorbereitet. Seine Fragen zeugten von einer intensiven Beschäftigung mit der Materie. Die Eingangsfrage: "Herr Leber, sind Sie unfehlbar?" quittierte der Stammapostel mit: "Nein, ich habe keinerlei Ansprüche dieser Art."

Mit vielen interessanten Fragen über die wechselvolle Geschichte der Kirche bis hin zu der hohen Bedeutung des Apostelamtes in der Neuapostolischen Kirche sowie nach der Ökumene wurden alle wichtigen Themenbereiche angesprochen.

Zur Geschichte

idea: "Stammapostel Johann Gottfried Bischoff kündigte 1951 an, dass Jesus noch zu seinen Lebzeiten wiederkommen würde. 1960 starb Bischoff." Leber: "Dass sich die Vorhersage von Stammapostel Bischoff nicht erfüllt hat, bleibt für mich eine ungeklärte Frage." idea: "In meinen Augen war es eine falsche Prophetie!" Leber: "Über die wahren Zusammenhänge möchte ich kein abschließendes Urteil fällen. Vielleicht hat Stammapostel Bischoff etwas falsch gedeutet, oder es wurden Bedingungen genannt, die wir nicht kennen." idea: "Bischoff hat doch seine Botschaft nicht nur einmal gemacht. Er hat sie in Predigten ständig wiederholt!" Leber: "Das Thema ist kein Dogma mehr, jeder kann sich sein eigenes Urteil darüber bilden."

Zum Apostelamt

idea: "Worin erweist sich dann die besondere Qualität Ihres Amtes?" Leber: "Im Gottesdienst und den Sakramenten. Das kann man nach außen hin schwer deutlich machen – es muß erlebt und erfahren werden!" idea: "Das überzeugt mich nicht." Leber: "Die besondere Qualität des Apostelamtes liegt eben in unserem Amtsverständnis selbst: Der Apostel spendet den Heiligen Geist, leitet die Gemeinde und bereitet die Braut für die Wiederkunft des Herrn vor. Dafür ist das Apostelamt heilsnotwendig!" idea: "Mit dem Apostelamt schieben Sie eine Zwischeninstanz zwischen Gott und den Menschen!" Leber: "Die Apostel arbeiten als Diener des Herrn - dies ist der Weg, den Jesus so vorgesehen hat! Wobei ich mir auch vorstellen kann, daß es für Christen anderer Kirchen Ausnahmen geben kann. Ich leite das grundsätzlich am Beispiel vom Schächer am Kreuz ab, der ohne Taufe und Versiegelung in den letzten Augenblicken seines Lebens bei Jesus Gnade gefunden hat."

Zur Ökumene

idea: "Wollen Sie in die ACK aufgenommen werden?" Leber: "Zweifellos ja! Aber das hängt ja nicht nur von uns ab." idea: "In wieviel Jahren scheint Ihnen eine Aufnahme realistisch?" Leber: "Das wird noch viel Zeit erfordern. Beispielsweise haben die Adventisten für diesen Schritt mehr als 80 Jahre gebraucht. Wir müssen die Ängste und Vorbehalte auf beiden Seiten berücksichtigen – bei unseren Mitgliedern wie bei den Mitgliedskirchen des ACK." idea: "Aus Sicht der ACK müßten Sie dafür beispielsweise die Lehre von der Heilsnotwendigkeit des Apostelamtes aufgeben." Leber: "Dann dürften auch die Baptisten aufgrund ihres Sakramentsverständnisses nicht Mitglied der ACK sein. Ganz zu schweigen von der Katholischen Kirche, die sich als alleinige Kirche versteht. Für eine Mitgliedschaft werden wir die Lehre vom Apostelamt auf keinen Fall aufgeben."

Das ganze Interview ist abgedruckt in "ideaSpektrum", Heft 25/2006. Es ist online zu beziehen bei ideaSpektrum oder per Telefon: (06441) 915 -122 bzw. per Fax: (06441) 915 -148.

Hinweis zum Copyright: Wir veröffentlichen die Passagen aus dem Interview mit freundlicher Genehmigung von "ideaSpektrum". Das Kopieren unseres Artikels auf andere Internetseiten ist nicht statthaft. Eine Veröffentlichung des Interviews oder von Teilen daraus bedarf der ausdrücklichen Genehmigung von "ideaSpektrum". Das Setzen eines Links auf diese Seite dagegen ist erlaubt.

Kategorie: NAKI News, Publikationen