Offizielle Verlautbarungen

Ostern 2020: Gott ergeben in die Zukunft gehen!

13.04.2020

Der Altar in der Lobby des Bischoff-Verlages

Stammapostel Schneider war nach Deutschland gekommen

Der Live-Stream geht um die ganze Welt

"Freut euch, ihr Christen, frohlocket und singet" (Fotos: W. Ruppe)

Zürich/Neu-Isenburg. „Durch den Heiligen Geist können wir die Gegenwart des auferstandenen Gottessohnes auch hinter verschlossenen Türen zuhause verspüren.“ Das war eine der Osterbotschaften von Stammapostel Jean-Luc Schneider in diesem besonderen Jahr 2020.

„Es ist schon ein ganz besonderes Osterfest, das wir heute gemeinsam feiern“ – mit diesen Worten begrüßte Stammapostel Jean-Luc Schneider, geistliches Oberhaupt der internationalen Neuapostolischen Kirche, die große virtuelle Gemeinde. Da die üblichen Präsenzgottesdienste zurzeit nicht stattfinden können, wurde seine Osterpredigt auf YouTube und Internet als Live-Gottesdienst übertragen.

In die Hand Gottes fallen lassen

Der Kirchenleiter äußerte seine Besorgnis: Es gebe viel Leid und Not auf der Welt. Über zwei Millionen Menschen seien bereits durch das Corona-Virus infiziert worden, weit über hunderttausend gestorben. Und es gehe nicht nur um Gesundheit und Leben, auch die wirtschaftlichen Konsequenzen der Pandemie seien noch nicht abzusehen. Das mache den Menschen Angst und schaffe Verunsicherung. „Als Christen haben wir gelernt, Gott ergeben zu sein!“, so die Aussage des Stammapostels. „Wir wissen, dass wir vieles nicht wissen und vertrauen Gott.“ Seine Empfehlung laute, sich ganz in die Hand Gottes fallen zu lassen.

Zugleich wandte er sich energisch gegen die Vorstellungen, dass die Corona-Pandemie eine Strafe Gottes sei, ein Zeichen für das Ende der Welt: „Eine solche Aussage stammt nicht vom Heiligen Geist.“ Der spreche von Gott als dem Gott der Liebe!

Jesu Auferstehung sagt unsere Auferstehung voraus

Die Bibel sei sehr nüchtern, wenn sie die Begegnung zwischen dem Auferstandenen und seinen Jüngern beschreibt, erläuterte Stammapostel Schneider das damalige Ostergeschehen. Allerdings seien die einmalige Freude und ein tiefer Frieden die spürbaren Empfindungen der damaligen Gemeinde gewesen. Die Jünger waren voller Freude, dass ihr Meister Jesus wieder da war. „Er, der bei ihnen war, der am Kreuz hing, der begraben wurde, ist nun wieder da und lebt“ – das sei für sie ein großer Trost gewesen. Erst im Nachhinein hätten sie dann verstanden: „Gott ist mit Jesus Christus gewesen. Noch mehr: Jesus Christus ist Gott!“ Thomas habe das zum Ausdruck gebracht: „Mein Herr und mein Gott!“

Das Osterfest möge auch heute Frieden und Freude bringen. „Seine Auferstehung sagt unsere Auferstehung voraus. Jesus Christus lebt – er ist Gott.“ Er sei Liebe, er sei den Menschen nahe, er sei auf der Seite der Schwachen und schenke Gnade. „Er ist besorgt um die Seinen und lässt niemanden fallen!“ Er sei für seine Freunde gestorben. „Er ist für dich gestorben, denke daran!“ Um das zu bekräftigen, las Stammapostel Jean-Luc Schneider den österlichen Bibeltext aus Offenbarung 1,17b-18 vor: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“

Der Erste und der Letzte

Jesus Christus ist der Erste unter den Menschen, der einen Auferstehungsleib trug, berichte die Bibel – quasi die erste Etappe der neuen Schöpfung, schlussfolgerte der Kirchenleiter. Jesus Christus war der erste Mensch, der mit einem Auferstehungsleib in das Reich Gottes eingehen konnte. Und auch bei uns habe Gott damit durch die Taufe aus Wasser und Geist angefangen. „Er hat uns Leben von seinem Leben gegeben.“ So habe der Christ auch heute die Möglichkeit, einen Auferstehungsleib zu bekommen. Heute müsste er noch an Jesu Auferstehung und an seine eigene glauben. Doch sage die Schrift deutlich, dass Christi Nachfolger auch heute schon die Freude der Auferstehung schmecken könnten.

Macht über Erde und Himmel

Christus habe die Schlüssel der Hölle und des Todes, heißt es im Offenbarungstext. Diese biblische Aussage sei unser Trost, führte Stammapostel Schneider aus. Der physische Tod sei kein Hindernis für die Erlösung durch Jesus Christus. Es gelte die Gewissheit, dass sich Gott auch um die Toten kümmern und an ihrem Heil arbeiten werde. „Hölle“, das sei ein Begriff für die Distanz zu Gott. Jesus habe auch dazu den Schlüssel, denn er führe Menschen in die Nähe Gottes. „Niemand ist auf ewig verdammt. Der Auferstandene hat die Schlüssel, nicht ein Mensch. Es geht also nicht um Wissen, um Erfolg, um Können. Es geht nicht um die soziale Stellung. Es geht um den Glauben an Jesus Christus und um die Nachfolge zu ihm“, versicherte der Stammapostel. Jeder Mensch, der an Jesus Christus glaubt und ihm nachfolgt, könne Heil finden: „Der Auferstandene hat die Schlüssel. Er hat Macht über Erde und Himmel.“

Sehnsucht nach der Feier des Heiligen Abendmahls

Im weiteren Gottesdienstverlauf legte der internationale Kirchenleiter einen besonderen Akzent auf das Ausbleiben der Feier des Heiligen Abendmahls: „Normalerweise gedenken wir der Auferstehung des Herrn durch die Feier des Heiligen Abendmahls. Das geht heute nicht!“ Es sei zwar unser aller Wunsch, das Heilige Abendmahl zu feiern, doch: „Wir müssen uns bewusst sein, dass das Heilige Abendmahl ein Sakrament ist, das Jesus Christus selbst gestiftet hat. Er selbst ist anwesend in der ausgesonderten Hostie. Er bestimmt, wie wir Heiliges Abendmahl würdig feiern können.“ Die Apostel sollen das Sakrament verwalten, aber sie könnten nicht einfach frei darüber verfügen und es beliebig anpassen. Jesus habe das Abendmahl als Gemeinschaftsmahl gestiftet – diese Bedingung sei momentan nicht gegeben. So stehe es auch im Glaubensbekenntnis „und das sollten wir nicht ändern.“

Stattdessen erinnere Gott die Gemeinde daran, dass das Abendmahl eine Gnade sei, die er uns schenkt. Wir hätten kein Anrecht darauf. Solange es der Wille Gottes sei, dass kein Heiliges Abendmahl gefeiert werden kann, werde er uns geben, was wir brauchen.

Vorausahnen des Großen Abendmahls

Und dann wurde er sehr persönlich: „Lasst uns diese besondere Zeit dafür nutzen, uns auf das erste Abendmahl, das wir wieder gemeinsam feiern können, vorzubereiten.“ Das könne zum Beispiel mit der Frage geschehen: „Wie werde ich dieses erste Abendmahl wieder feiern, was nehme ich mir vor?“ Damit würde die Gemeinde auch das Große Abendmahl mit Jesus Christus im einstigen Reich Gottes vorbereiten. Der Stammapostel verwies auf Lukas 22,28-30: „Ihr aber seid's, die ihr ausgeharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und wie mir mein Vater das Reich bestimmt hat, so bestimme ich für euch, dass ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich und sitzen auf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels.“ Christus bestimme das für uns! Die Zusage an der Teilhabe am großen Abendmahl des Herrn, sei keine vage Zusage eines Kirchenleiters: „Es sind wahrhaftige Worte Gottes.“

Zum Schluss verabschiedete sich das kirchliche Oberhaupt von der weltweiten virtuellen Gemeinde mit den Worten: „Ich verspreche euch: Sobald es wieder möglich ist, Heiliges Abendmahl zu feiern, machen wir das. Ich sehne mich auch danach!“