Der Palmsonntag lehrt: Gott hat alles sicher in seiner Hand

08.04.2020

Der Stammapostel in Straßburg

Ein virtuelles Chorlied zum Schluss (Fotos: Mike Karcher)

Zürich/Straßburg. Der Einzug Jesu in die Stadt Jerusalem war wohl durchdacht. Der Gottessohn ging nicht einfach wie ein Besucher durch die Stadtmauer, sondern wies seine Jünger genau an, was sie tun sollten. Warum? In seinen Anweisungen liegen Sicherheit und Errettung.

„Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte.“ Dieser Eintrag aus Matthäus 21,6 führte Stammapostel Jean-Luc Schneider am Ende seiner Predigt zu dem Schluss, dass es in Bedrängnissen richtig sei, sich an die Lehre Jesu zu halten. Sein Appell: „In der Prüfung vertrauen wir Gott, sind um unser Heil bemüht und bleiben in Gemeinschaft mit dem Apostolat. Wir sorgen füreinander und unterstützen einander.“

Palmsonntag, 5. April 2020: Stammapostel Jean-Luc Schneider war nach Straßburg (Frankreich) gekommen. Nur wenige Techniker waren anwesend, ansonsten wurde die Predigt des Kirchenleiters per Livestream in die Wohnzimmer der Gläubigen übertragen. Damals sei Jesus mit voller Kenntnis der Gegebenheiten nach Jerusalem gegangen, begann er. Der Herr habe die Prüfung gefürchtet, der er sich stellen musste, aber seine Liebe zu den Menschen war stärker als seine Furcht. Die Jünger wären verstört gewesen, als er ihnen sein Leiden und Sterben angekündigt hatte. „Doch obwohl sie von Angst erfüllt waren, folgten sie ihm weiter.“

Gott hat alle Details im Blick

Der Kirchenleiter erinnerte in seiner Predigt an den biblischen Zusammenhang: Jesus nähert sich Jerusalem und beauftragt zwei Jünger, ihm ein Eselsfüllen zu bringen. Er sagt ihnen ganz konkret, was sie tun sollen. Die Jünger folgen gewissenhaft den Weisungen ihres Meisters. „Schon diese Begebenheit mit dem Eselsfüllen zeigt“, so der Stammapostel, „dass Jesus bis ins letzte Detail darüber im Bilde war, was geschehen würde.“ Und weiter: „Wir leben heute in einer besonderen Zeit: Die Menschen sind verstört, viele haben Angst.“ Doch der Heilige Geist tröste uns: „Gott ist nicht unvorbereitet, er hat alles sicher in seiner Hand. Keine Krise, keine Katastrophe kann ihn daran hindern, die Seinen in sein Reich zu führen.“

Mit diesen Worten des Trostes und der Sicherheit setzte Stammapostel Schneider einen Ruhepunkt in die Herzen der vielen Zuhörer.

Achten wir auf seine Anweisungen

Zugleich rief er dazu auf, die Anweisungen Jesu zu befolgen: „Wir tun es, weil wir darin unseren Meister erkennen.“ Und er nannte drei solcher Anweisungen:

  • Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! – An Gott zu glauben heiße, ihm zu vertrauen, seiner Kraft, seiner Treue und seiner Liebe. „Selbst dann, wenn wir sein Handeln nicht verstehen.“
  • Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? […] Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. – In Krisenzeiten wie dieser täte der Mensch alles, um seine eigene Gesundheit und die der anderen zu erhalten, so der Stammapostel. Man halte sich gewissenhaft an die Empfehlungen der Behörden, verzichte auf bestimmte Aktivitäten und schütze sich so gut er kann. „Der Herr ruft dazu auf, ebenso viel, wenn nicht sogar mehr auf den Erhalt des geistlichen Lebens und das der anderen zu legen.“
  • Der Herr sandte seine Apostel, gab ihnen einen Missionsbefehl und versprach, bei ihnen zu sein. – „Vertrauen wir ihm: Solange wir in Gemeinschaft mit dem Apostolat bleiben, sorgt Jesus für die Bedürfnisse unserer Seele, auch in der Zeit, in der wir nicht zusammenkommen können, um Heiliges Abendmahl zu feiern.“

Halten wir seine Gebote

Solche klaren Anordnungen des Herrn gebe es auch heute. Auch dafür nannte der Kirchenleiter einige Beispiele:

  • Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.“ Dazu machte der Stammapostel erläuternde Zusätze: „In der Corona-Krise gewinnen Begriffe wie Altruismus oder Selbstlosigkeit wieder eine besondere Bedeutung. Eine große Anzahl von Menschen, ob Gläubige oder nicht, engagieren sich unter Einsatz großer Opfer für ihren Nächsten, zuweilen sogar unter Risiken für sich selbst. Wir sind ihnen zutiefst dankbar. Aber gehen wir noch ein bisschen weiter. Betrachten wir unser eigenes Engagement für andere in Hinblick auf die Nächstenliebe dieser Personen. Tun wir wirklich für andere alles, was wir wollen, dass sie für uns tun sollen?“
  • Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch liebe.“ Auch die Liebe zueinander sei eine Anordnung des Herrn: „Wenn Jesus uns bittet, einander zu lieben, geht es ihm nicht darum, Probleme innerhalb der Kirche zu vermeiden, sondern seine Gegenwart unter den Seinen zu bezeugen!“

Gott hält sein Wort

Und dann verwies der Stammapostel auf die Treue Gottes, der seine Zusagen halten werde: „Ich möchte zwei davon erwähnen, die besonders für die Zeit zutreffen, die wir gerade durchleben:

  • Aber Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr's ertragen könnt.
  • Selig ist, wer Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.“

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