Pfingsten in Goslar: in wenigen Sekunden um die ganze Welt

20.05.2019

Der Übertragungsweg des Signals passt kaum auf eine Seite (Grafik: BV)

Zürich/Goslar. 140.000 Kilometer in wenigen Sekunden – diverse Satelliten machen es möglich. Der diesjährige Pfingstgottesdienst führt Stammapostel Jean-Luc Schneider nach Goslar (Deutschland). Mit ihm feiern alle neuapostolischen Kirchenmitglieder weltweit.

Pfingsten wird allgemein als Geburtstag der Kirche empfunden. Damals am Pfingstgeschehen kam der Heilige Geist auf die versammelte Gemeinde und füllte sie an mit neuer Freude und frischem Mut. Für neuapostolische Christen ist es ein besonderer Event, wenn der Stammapostel eine weltweite Satelliten-Übertragung des Pfingstgottesdienstes vorsieht. Das geschieht meist alle zwei Jahre. In diesem Jahr wird die neuapostolische Kirchengemeinde Goslar die Pfingstzentrale sein. Dazu kommt noch: Alle Bezirksapostel der Welt werden den Stammapostel begleiten, da sie ohnehin schon in Europa sein werden. Eine Woche zuvor werden sie als Gäste am Internationalen Jugendtag in Düsseldorf erwartet.

Trotz langer Erfahrung keine Routine

Routine ist solch eine weltweite Satelliten-Übertragung trotz jahrzehntelanger Erfahrung nicht. Wie immer, ist der kircheneigene Bischoff Verlag Herr des Geschehens: Kameras und Mikrofone nehmen den Gottesdienst auf und schicken das Signal via Uplink zum Studio in Neu-Isenburg. Dort werden Übersetzungen in weitere 20 Sprachen dazu gemischt und über diverse Satelliten auf alle fünf Kontinente in mehr als 100 Länder ausgestrahlt.

Wegen der Zeitverschiebung wird die Sendung in Amerika aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt den Gemeinden zugänglich gemacht.

Streaming über Internet

Für zahlreiche Gemeinden in Südostasien sowie einzelne Länder in Afrika und weitere Gläubige, die nicht über Satellit erreichbar sind, besteht die Möglichkeit, per Internet den Gottesdienst zu verfolgen. Die Teilnehmer werden von ihrer jeweiligen Landeskirche autorisiert und erhalten eine Zugangsberechtigung. Das Streaming ist in unterschiedlichen Bandbreiten und Qualitätsstufen möglich, auch hier stehen verschiedene Sprachen zur Verfügung.

Stammapostel Schneider wird in Deutsch predigen. Seine Predigt wird am Altar Satz für Satz in Englisch übersetzt.

Über 70 Jahre Erfahrung

Übertragungen von Gottesdiensten in entferntere Gemeinden sind für die Neuapostolischen Kirche kein Neuland. Bereits 1946 fand die erste Tonübertragung statt: von Reutlingen (Deutschland) aus über das Telefonnetz. 1951 folgte eine Tonübertragung im größeren Rahmen: Per Postkabel hörten 40.000 neuapostolische Gläubige in Deutschland den Gottesdienst mit. Seit Beginn der 1980er Jahre kam zum Ton immer öfter auch das Bild. Die damals eingesetzte Richtfunk-Technik konnte jedoch nur einen kleinen Teilnehmerkreis erreichen. Deshalb gab die Neuapostolische Kirche dem Bischoff Verlag den Auftrag, Satelliten-Übertragungen zu ermöglichen.

1990 war Premiere: Mehr als 800 Empfangsstellen in Westeuropa waren beim Pfingstgottesdienst aus dem Austria-Center in Wien (Österreich) angeschlossen. Seit Mitte der 1990er Jahre wird das auch in die USA und nach Kanada, in den Süden von Afrika und mittlerweile auch nach Südamerika gesendet. 2005 waren erstmals Länder in Südostasien und Australien mit von der Partie. Per Internet sind Übertragungen seit 2007 möglich.

Pfingsten wird also ein weltweites Ereignis für die Neuapostolische Kirche werden. Rund 140.000 Kilometer in nur wenigen Sekunden – welche Freude!