Ostern: Was wir sehen und verstehen, ist längst nicht alles, was es gibt

20.04.2019

Foto: nac.world

„Ostern, da habe ich Ferien“, sagt die kleine Laura. Sie weiß aber auch, dass Ostern nicht nur Ferienzeit, sondern kirchliches Hochfest bedeutet. Es ist der Tag, an dem Jesus Christus von den Toten auferstand.

Kinder verstehen das besser als Erwachsene. Dort, wo rationales Denken nicht mehr hinkommt, fühlt sich der Glaube zuhause. Und glauben muss der Mensch, wenn von Auferstehung die Rede ist. Beweise dafür? Klar, die gibt es. Auch wenn das alles so schwer nachzuvollziehen ist und niemand von uns dabei war. „Die Auferstehung Jesu Christi ist keine Wunschvorstellung seiner Anhänger, die die Nachwelt an ein Wunder glauben machen wollten; sie ist auch nicht Ausdruck mythologischen Denkens — die Auferstehung Christi ist eine Wirklichkeit in der Geschichte; sie hat tatsächlich stattgefunden.“ So sagt es der neuapostolische Katechismus in Abschnitt 3.4.11. Andere Kirchen sagen es ebenso. Und doch gibt es seit Jahrhunderten kontroverse Auseinandersetzungen über dieses „wunder-volle“ Geschehen.

Ich habe noch nie jemand gesehen, der auferstanden ist!

Etliche Zeitzeugen Jesu schon. Sie haben ihn gesehen, ihren Herrn und Meister. Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus, die Emmaus-Jünger, Petrus, Johannes, selbst Paulus – alle kamen mit dem auferstandenen Gottessohn in Berührung. Sein Jünger Thomas sollte sogar die Hände in die Wundmale legen, um zu „begreifen“, was geschehen war. Einmal sahen ihn mehr als 500 Menschen auf einmal.

Aber wie kann das sein: ein Mensch, der von den Toten aufersteht?

Jesus war nicht nur ein Mensch aus Fleisch und Blut. Er war auch Gottes Sohn. Wahrer Mensch und wahrer Gott. Den Glauben muss der Mensch aufbringen, will er das Geheimnis der Auferstehung glauben. Christen kennen das: Das, was wir sehen und verstehen, ist längst nicht alles, was es gibt. Der Glaube gibt Kraft, hinter den Vorhang zu schauen.

Warum ist der Glaube an die Auferstehung denn so wichtig?

Weil er der Urgrund, die Urerfahrung des Glaubens ist. Ohne die Auferstehung ist unser Glaube leer. Sinnlos, wie Apostel Paulus sagt. Das leere Grab ist der Ausgangspunkt für den christlichen Glauben überhaupt. Auferstehung ist ein Wunder Gottes, transzendent, übersinnlich, unbegreiflich. Sie ist das zentrale Heilsereignis. Der Glaube an den historischen Jesus Christus ohne das Weiterdenken in diese zentrale Position der Auferstehung ist nicht christlich. Eine Theologie, die zwar den historischen Jesus kennt, aber seine Auferstehung ausklammert, denkt zu kurz.

Dazu noch einmal der Katechismus: „Das Bekenntnis zu Jesus als dem Christus und der Glaube an seine Auferstehung sind für die Errettung des Menschen von fundamentaler Bedeutung. Dieser Glaube an die Auferstehung des Erstlings Christus von den Toten legt den Grund für den Glauben an die Auferstehung der Toten in Christus und die Verwandlung der Lebenden bei seiner Wiederkunft“ (KNK 3.4.11.1).

Nun aber ist Christus auferstanden

Apostel Paulus, der den Auferstandenen erst später als die anderen sah, sagt: „Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.

Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind“ (1. Korinther 15).