"Nur ein Komma soll dieser Tag sein!"

09.01.2003

Dresden. Wenige Tage vor Weihnachten überreichte Bezirksapostel Wilfried Klingler in einem besonderen Festakt in der neuapostolischen Zentralkirche Dresden Spenden in Höhe von 435.000 Euro an gemeinnützige Organisationen. Dieses Geld stellte die Neuapostolische Kirche im Rahmen ihrer "Hochwasserhilfe" zur Verfügung. Insgesamt hatte diese Sammlung, die der Förderverein "NAK-karitativ" in allen neuapostolischen Kirchen in Deutschland durchführte, den Stand von über 3 Millionen Euro erreicht (wir berichteten: www.nak.de/news/hochwasser/karitativ2.html).

Wilfried Klingler, der zuständige Bezirksapostel für die Gebietskirche Sachsen/Thüringen, übergab zusammen mit Apostel Joachim Quittenbaum Spenden an fünf ausgewählte Einrichtungen: 25.000 Euro an den Evangelischen Kindergarten in Pirna, 50.000 Euro an das Pflegeheim "Elsa Fenske" in Dresden, 60.000 Euro an die Musikhochschule "Carl-Maria-von-Weber", 100.000 Euro an den Verein "Lebenshilfe" und 200.000 Euro an das Diakonissenkrankenhaus Dresden.

Bernd Klippert, Geschäftsführer des Fördervereins "NAK-karitativ", dankte den vielen neuapostolischen Spenderinnen und Spendern. "Schon am 15. August 2002, als sich die Flut noch entwickelte, riefen wir zu Spenden auf", erläuterte er. "Nur wenige Tage später verabschiedete NAK-karitativ den Plan, wie die Hilfen verteilt werden sollten. Bereits ab dem 2. September konnten wir Gelder an Betroffene auszahlen." Etwa eine halbe Million Euro seien bislang an Kirchenmitglieder ausbezahlt worden, weitere knapp zwei Millionen Euro an betroffene gemeinnützige Einrichtungen. Die noch nicht abgerufenen Mittel sind für weitere zweckbestimmte Projekte vorgesehen, unter anderem auch in Österreich, Tschechien oder Rumänien, da auch in diesen Ländern die "Jahrhundertflut" erhebliche Schäden verursachte. Nur knapp fünf Prozent seien in die Verwaltungsarbeit geflossen, so Klippert, der seine Dankesrede mit den Worten schloss: "Das gemeinsame Handeln im Geist der Liebe zum Nächsten soll ein positiver Effekt der traurigen Ereignisse im August 2002 sein."

Apostel Joachim Quittenbaum ergänzte, dass diese Spendenübergabe nicht der Schlusspunkt der gelebten Solidarität sein dürfe: "Nur ein Komma soll dieser Tag sein, nach dem die gemeinsame Arbeit weitergeht."

Die Vertreter der eingeladenen Einrichtungen schilderten ihre Erlebnisse aus den Tagen der Flutkatastrophe. Frau Dr. Feske vom Pflegeheim "Elsa Fenske" wies darauf hin, dass manche Menschen in den Tagen der Flut auch seelische Wunden erlitten hätten, die nur langsam heilten: Angst beispielweise.

Bezirksapostel Wilfried Klingler unterstrich das gemeinsame Handeln aller Christen gerade in den Zeiten der Not: "Wir sitzen alle in einem Boot auf dieser Erde, die Gott uns geschenkt hat." Und er mahnte, sorgsam mit ihr umzugehen: "Wir haben sie nur von unseren Kindern geliehen."

Die Gebietskirche Sachsen/Thüringen berichtete im Internet über Hilfsaktionen aus den Gemeinden (siehe www.nak.de/sath/ereignisse/hochwasserhilfe/hilfe.html). Weitere Informationen über die Spendenübergabe in Dresden erfahren Sie in der Kirchenzeitschrift "Unsere Familie" Nr. 5 / 2003.