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Was geschah in den Tagen vor Karfreitag?

15.04.2014

Foto: NAKI

Die letzten Tage vor dem Opfertod Jesu sind von den Schreibern der Evangelien sehr detailliert festgehalten worden. Der Herr war, von Bethanien kommend, auf einem Esel unter dem Jubel der Volksmenge in Jerusalem eingezogen. Er reinigte den Tempel von den Geldwechslern und Taubenhändlern und heilte Gelähmte und Blinde, die zu ihm in den Tempel kamen (vgl. Matthäus 21, 14).

Es folgten einige Auseinandersetzungen sowohl mit den auf Gesetzestreue bedachten Pharisäern als auch mit den Sadduzäern, zu denen die Hohenpriester gehörten. Dann sagte der Sohn Gottes die Zerstörung Jerusalems sowie des Tempels voraus und belehrte seine Apostel über die Zukunft. Er stellte seine Wiederkunft bildhaft dar, so im Gleichnis von den zehn Jungfrauen und von den anvertrauten Zentnern. Außerdem machte er deutlich, dass er gekreuzigt werden würde (vgl. Matthäus 26, 2).

Salbung in Bethanien

Die Hohenpriester und Schriftgelehrten sowie die Ältesten des Volks kamen im Palast des Hohenpriesters Kaiphas zusammen und beratschlagten miteinander, wie sie Jesum Christum durch eine List gefangen nehmen und töten könnten. Derweil war der Herr nochmals nach Bethanien gegangen, wo er von einer Frau mit kostbarem Salböl gesalbt wurde.

Auch an dieser Stelle scheinen die Berichte voneinander abzuweichen. Laut Matthäus 26, 6-13 und Markus 14, 3-9 fand diese Salbung im Hause Simons des Aussätzigen statt, während Johannes von einer Salbung im Hause der drei Geschwister Maria, Martha und Lazarus durch Maria berichtet, die sich vor dem Einzug nach Jerusalem ereignet hatte (vgl. Johannes 12,1-8). Hier handelt es sich wohl um zwei verschiedene Begebenheiten, die wegen ihrer Ähnlichkeit leicht zu Verwechslungen führen. Im Lukasevangelium wird von der Salbung im Hause Simons allerdings bereits früher berichtet (vgl. Lukas 7, 36-50).

Heilige Tage

An dieser Stelle sei eingeflochten, dass viele Gegner der Heiligen Schrift solche unterschiedlichen Überlieferungen herausgreifen, um damit zu begründen, dass die Bibel unwahr und in sich fehlerhaft sei. Für uns hingegen wird gerade aus diesen Stellen ganz klar, wie heilig den ersten Christen diese Berichte über das Leben des Herrn waren. Sie haben nicht die einzelnen Schriften einander angeglichen, um eine einwandfreie, in sich schlüssige Dokumentation zu bekommen, sondern sie bewahrten die Schriftwerke der Apostel und ihrer Mitarbeiter als kostbare Urkunden auf und sahen darin die Grundlage der Lehre. Wir glauben daran, dass jeder der Evangelisten aus seiner Sicht schilderte, was geschehen ist. Und wenn auch die Reihenfolge nicht immer gleich ist und Einzelheiten, die letztlich nebensächlich sind, verschieden geschildert werden, so hat Gott dafür Sorge getragen, dass in den vier Evangelien alle wesentlichen und heilsgeschichtlich wichtigen Punkte übereinstimmen beziehungsweise einander ergänzen.

Für weitere Erklärungen siehe unseren Artikel über Karfreitag

Kategorie: NAKI News