NAK International

Berliner Jahresempfang zum Kirchenjubiläum

07.06.2013

Jahresempfang zum Kirchenjubiläum

Bezirksapostel Wolfgang Nadolny hatte eingeladen

Musikalische Intermezzi durch Aaron Dan und Volker Hedtfeld (Fotos: NAK BB)

Berlin/Zürich. Das 150-jährige Bestehen der Kirche feierte die Neuapostolische Kirche Berlin-Brandenburg mit einem Empfang. Am Dienstag, 4. Juni 2013, waren unter den geladenen Gästen Vertreter anderer Kirchen, aber auch Botschaftsvertreter der Länder, in denen die Gebietskirche auswärtige Gemeinden betreut. In seiner Rede zeigte sich der Leiter der Gebietskirche, Bezirksapostel Wolfgang Nadolny, zuversichtlich: Christen sollten fröhlich, mutig und beherzt ihren Glauben mit anderen teilen.

Zu Beginn seiner Festansprache sagte der Präsident der Gebietskirche "Wären wir jetzt in einer unserer Kirchen zum Gottesdienst versammelt, würde ich sagen: Was für eine bunte Gemeinde" und schaute dabei in die Reihen der kirchlichen und politischen Gäste. Er nutzte die Gelegenheit, nicht nur auf bewegte Kirchenjahre zurück, sondern auch nach vorn zu blicken. Ein Blick, der für die christlichen Kirchen zumindest im westlichen Europa, durchaus getrübt ist. Die Mitgliederzahlen gehen zurück, das Christentum ist nicht mehr so nachgefragt wie in früheren Zeiten. Heutzutage würden keine neuen Gemeinden gegründet, sondern über Zusammenlegungen und Kirchenverkäufe geredet, konstatierte der Gebietskirchenleiter und hielt dagegen: Trotzdem seien Christen keine Schwarzseher oder mutlose Pessimisten, das Gegenteil sei der Fall: "Christen sind Hoffnungsträger von Beruf!"

Christen als "Kirchtürme unserer Zeit"

Man verschließe zwar nicht die Augen davor, dass die Kirchenbänke leerer würden, aber es sei auch nicht zu übersehen, dass es in der Gesellschaft immer mehr Sinnsucher gebe. Da brauche es mutige Christen, die Ihren Mitmenschen Orientierung im Leben böten. "Wenn in früheren Jahrhunderten die Kirchtürme den Menschen den Weg wiesen und die Zeit kundtaten, so braucht es heute überzeugte Christen, die konsequent ihres Glaubens leben. Solche bekennenden Christen sind die Kirchtürme unserer Zeit."

Auch die Kirche als Institution sieht der Bezirksapostel dabei in der Pflicht. Sie müsse Raum und Anlässe für Begegnungen schaffen. Die Gebietskirche Berlin-Brandenburg tue dies, indem sie sich mit Kirchenneubauten bewusst gegen den Abwärtstrend stelle und dabei auch neue Wege beschreite. So sei in die neue Kirche in Brandenburg an der Havel ein öffentliches Café integriert worden, das regen Zulauf habe.

Kirche lebt, Kirche leidet

Zuvor hatte der Sprecher der Neuapostolischen Kirche, Bischof Peter Johanning, die Gäste willkommen geheißen und den Empfang als einen "Moment des Innehaltens" eingeordnet. Er ging in seiner Rede auf die Kirchengründung vor 150 Jahren und die Anfänge der apostolischen Bewegung am Beginn des 19. Jahrhunderts ein - eine Kirchengeschichte, die "abwechslungsreich, bunt und immer auch von verschiedenen Interessen geleitet" gewesen sei.

Mit Blick auf Gegenwart und Zukunft der Kirche im Allgemeinen hielt der Kirchensprecher fest: "Die Kirche lebt und die Kirche leidet." Sie lebe im Hier und Jetzt. Das Christsein dürfe auch im Alltag nicht ausgeblendet sein. "Christsein ist Lebensart, Absicht und Haltung - von der Steuererklärung bis zum mutigen Eintreten gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit!"

Der alte Wein in neuen Schläuchen

Und Kirche leide, weil es heute wie vor 150 Jahren anstrengende Zeiten seien: "Damals hatten wir das Zeitalter der Moderne, der Industrialisierung, heute leben wir im Zeitalter der Individualisierung." Gerade darum brauche es aber eine Kirche, die Menschen Orientierung biete, denn "wer glauben nicht lernt, glaubt schließlich alles". Deshalb müsse die christliche Botschaft immer wieder mit den Möglichkeiten der jeweiligen Zeit, in einer verständlichen Sprache weitergetragen werden: "Wir müssen den alten Wein in neuen Schläuchen ausschenken."

Für feierliche Stimmung sorgte beim Geburtstagsempfang nicht zuletzt die musikalische Umrahmung. Volker Hedtfeld am Klavier und Flötist Aaron Dan trugen unter anderem Bachs "Jesu bleibet meine Freude" und Debussys "Claire de lune" vor. Höhepunkt war im Anschluss an die Wortbeiträge eine sehr emotionale Interpretation des alten Kirchenliedes "Näher mein Gott zu dir".

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie bitte auf der Webseite der Neuapostolischen Kirche Berlin-Brandenburg.