NAK International

„Es ist mir ernst mit dem Willen zur Versöhnung“

23.03.2008

Stammapostel Wilhelm Leber (Foto: NAK)

Zürich. Der Informationsabend vom 4. Dezember 2007 hat ganz unterschiedliche Reaktionen ausgelöst, vor allem was den Geschichtsteil betrifft. In einem Brief, den das Oberhaupt der Neuapostolischen Kirche, Stammapostel Wilhelm Leber, in der heutigen Ausgabe der Kirchenzeitschrift „Unsere Familie“ (Ausgabe 6/2008) veröffentlichen lässt, entschuldigt er sich für „Verletzungen“, die dieser Abend hervorgerufen hat.

Es sei nicht seine Absicht gewesen, jemanden zu verletzen, so der Stammapostel. „Nachträglich betrachtet müssen wir feststellen, dass wir im Vorfeld dieses Abends solche Reaktionen nicht erwartet haben.“ Der Vortrag sei als eine sachliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit gedacht gewesen, Emotionen und Gefühle sollten weitgehend unberührt bleiben. Der Kirchenleiter sagt auch deutlich, dass er den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Geschichte, Apostel Walter Drave, gebeten habe, den Geschichtsteil am Informationsabend vorzutragen. „Dabei ging es mir um eine sachliche Aufarbeitung der Geschichte. Wir wollten weder Schuldige finden noch jemanden an den Pranger stellen.“ Sein Anliegen sei Versöhnung – „wie ich jetzt weiß, kam das am Informationsabend nicht richtig zum Ausdruck.“

Stammapostel Wilhelm Leber beantwortet die Frage, warum überhaupt die Kirchengeschichte behandelt worden sei, wie folgt: „Die Geschichte ist ein Teil unserer Identität. Sie gehört also zu uns. Wir können sie nicht einfach verleugnen, auch wenn Dinge zutage gefördert werden, die unangenehm sind oder uns nachteilig ausgelegt werden können. Die Forderung, zur Wahrheit zu stehen, ergibt sich auch aus dem Evangelium.“

Zum Abschluss seines Briefes ruft Stammapostel Leber zur Versöhnung auf: „Ich strecke meine Hand auch den Brüdern und Schwestern entgegen, die infolge der damaligen Trennung nicht mehr bei uns sind. Es ist mir ernst mit dem Willen zur Versöhnung.“

Die Kirchenzeitschrift „Unsere Familie“ wird vom Verlag Friedrich Bischoff, Frankfurt, herausgegeben.