NAK International

Leitlinie im Umgang mit Aids: Die Neuapostolische Kirche heißt alle willkommen!

02.06.2006

Zürich. "The New Apostolic Church will welcome those with HIV and Aids and their families with love and acceptance. The Christian response to a person with HIV/Aids must be compassionate, helpful, and redemptive. Jesus, as our example, cared for those with disease with a personal demonstration of God's love (Luke 5:12-16)." Mit diesen Worten beginnt die neue Leitlinie der Neuapostolischen Kirche über den Umgang mit HIV/AIDS.

Das Papier, auf der BAV Karlsruhe am 20.04.2006 beschlossen, fährt fort: "We believe in the value of human life as a gift from God, thus we believe that all people, healthy and diseased, are loved by God." Die Kirche drückt ferner ihre Auffassung aus, dass die Krankheit keine "Strafe Gottes" sei. Niemand, der an AIDS leidet, werde daher aus der Gemeinschaft neuapostolischer Christen ausgeschlossen. Im Gegenteil seien alle Kinder und Erwachsenen in den Gottesdiensten, der Sonntagsschule, in Jugendgruppen und bei anderen Aktivitäten willkommen.

Zugleich macht das offizielle Dokument deutlich, wie eine Ansteckung verhindert werden kann. Die Kirche empfiehlt darin den Gebrauch von Kondomen. Sie wendet sich gegen die Genitalverstümmelung von Frauen und den mehrmaligen Gebrauch von Injektionsnadeln bei Drogenmissbrauch.

Das offizielle Kirchendokument "Church Policy on AIDS and HIV" kann als PDF-Datei herunter geladen werden (nur in englischer Sprache verfügbar).

Seit 2001 gibt es bereits eine neuapostolische Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema HIV / AIDS und seinen Auswirkungen, vor allem in Afrika, beschäftigt. Der damalige Stammapostel Richard Fehr beauftragte Bezirksapostel Johann Kitching aus Johannesburg, aus kirchlicher Sicht Bemühungen und konkrete Lösungen für dieses humanitäre, soziale Problem aufzuzeigen. Erste Schritte waren Aufklärungsprogramme für Amtsträger und Glaubensgeschwister in den Gemeinden, besonders im südlichen Afrika. Seminare, die Vorsorge- und Schutzmaßnahmen erklären und von Medizinern und Pädagogen durchgeführt werden, stehen regelmäßig auf der Tagesordnung. Dabei kooperiert die Kirche in den einzelnen Ländern mit staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen und Netzwerken, die im Kampf gegen AIDS tätig sind.

Schwerpunkte der kirchlichen Arbeit im Jahr 2006 gegen AIDS sind die bessere Betreuung von Infizierten und ihren Familien. Es wird darauf geachtet, dass interaktive Patienten schneller heilen als die, die isoliert sind. Aufmerksamkeit und Pflege ist daher besonders wichtig. Auch die offene Information der Patienten soll verbessert werden.

Das Konzept der "Drama Groups" soll noch effektiver genutzt werden: Jugendliche spielen szenisch die richtigen Verhaltsweisen im Umgang mit HIV/AIDS nach. Außerdem werden eine neue Broschüre, ein neues Poster und eine Leitlinie für Amtsträger zu HIV/AIDS erstellt.

Ein Team innerhalb der kirchlichen Arbeitsgruppe entwickelt derzeit einen Lehrplan mit dem Schwerpunktthema 'Life Skills Development' für die Sonntagsschule und den Konfirmandenunterricht.

Weitere Auskünfte über den Umgang mit HIV/AIDS, die in Übereinstimmung mit der Haltung der Neuapostolischen Kirche stehen, lesen Sie auf der Webseite der Organisation Engender Health (http://www.engenderhealth.org/index.html).

 

AIDS ist eine chronische, lebensbedrohliche Erkrankung, die durch das human immunodeficiency virus (HI-Virus, HIV) verursacht wird. Das HI-Virus schädigt oder zerstört bestimmte Zellen der Immunabwehr. Dadurch kann der Körper Bakterien, Viren oder Pilze nicht mehr effektiv bekämpfen. Das Virus und die Infektion werden HIV genannt.