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Bezirksapostel Hagen Wend in Saarbrücken: "Ich entschuldige mich, wenn Verletzungen und Herzeleid entstanden sind"

26.02.2006

Saarbrücken. "Es ist mir eine große Freude, dass ich heute viele Mitglieder der Apostolischen Gemeinde des Saarlandes zum ersten der geplanten regelmäßigen Besuche unserer Gottesdienste willkommen heißen kann" - mit diesen Worten begrüßte Bezirksapostel Hagen Wend die Gäste der AGdS im Gottesdienst in Saarbrücken.

Das Kirchenoberhaupt des saarländischen Gebietskirche der Neuapostolischen Kirche nutzte den Gottesdienst in der Gemeinde Saarbrücken am Sonntag, 26.02.2006, um eine Erklärung der Kirchenleitung abzugeben. Darin heißt es, dass viele sehr offene Gespräche in den vergangenen zehn Jahren zwischen den leitenden Amtsträgern mit dem Ziel stattgefunden hätten, die bestehenden Gräben im Sinn und Geist unseres Herrn Jesus Christus zuzuschütten. Bezirksapostel Wend gab auch eine kurze Erklärung zu den Geschehnissen vor über 50 Jahren ab. Er sehe sich deswegen dazu in der Lage, weil er zwischenzeitlich viele Originalquellen aus der Zeit der Trennung studiert habe.

"Es war eine schwierige Zeit, wobei hier im Saarland nicht unwesentlich die durch die Nachkriegszeit entstandene politische und gesellschaftliche Situation eine Rolle gespielt hat. Manches ist aus heutiger Sicht nur noch schwer nachzuvollziehen. Auf jeden Fall haben die damaligen Ereignisse auf beiden Seiten teilweise tiefe seelische Wunden hinterlassen. Stammapostel Fehr hat schon bei seinem Gottesdienst am 7. September 2003 in Saarbrücken sein Bedauern zu den damals erfolgten Ausschlüssen aus unserer Kirche geäußert. Daran möchte ich mich anschließen, wobei es auf der Hand liegt, dass ich nur für unsere Kirche sprechen kann. Ich entschuldige mich, wenn durch unser Verhalten und die damaligen Ausschlüsse seelische Verletzungen und Herzeleid entstanden sind."

Der saarländische Kirchenpräsident betonte am Schluss seiner Erklärung: "Um so glücklicher bin ich über den heutigen Tag, der uns die Möglichkeit gibt, die Vergangenheit nunmehr ruhen zu lassen und im Geist der gegenseitigen Wertschätzung und christlicher Liebe auf den zu blicken, der im Mittelpunkt unseres Glaubens steht, unseren Herrn und Heiland Jesus Christus".

Die Mitglieder der Apostolischen Gemeinde des Saarlandes (AGdS) wollen zweimal im Monat an den Sonntagsgottesdiensten der Neuapostolischen Kirche teilnehmen (wir berichteten).