Berichte aus aller Welt

Die PG Jugendpflege: Verständnisvoller Seelsorger als Ansprechpartner

26.07.2004

Zürich. Glaubensverständnis - Glaubenspraxis - Lebenshilfe: in diese drei Themenblöcke teilt sich das neue Jugendkonzept, ausführlich: "Jugendpflege in der Neuapostolischen Kirche" genannt. Noch in diesem Jahr rechnen die Mitglieder der Projektgruppe Jugendpflege mit der Herausgabe dieses Werkes - zum Start soll es außer der konzeptionellen Beschreibung der Jugendpflege auch 10 von insgesamt 45 Lektionen für Jugendstunden enthalten, Empfängerkreis sind die Jugendbetreuer in den Gemeinden.

Edmund Stegmaier (59), Apostel aus Niedersachsen, ist der Vorsitzende der Projektgruppe. 1998 wurde sie von Stammapostel Richard Fehr eingesetzt, um die wesentlichen Hauptinhalte der weltweiten Jugendarbeit der Neuapostolischen Kirche zu harmonisieren und sie inhaltlich und organisatorisch auf einen Nenner zu bringen. Weitere Mitglieder der PG sind: Apostel Günter Wiktor (64) aus Nordrhein-Westfalen, Apostel Michael Ehrich (44) aus Süddeutschland, Bischof Arvid Beckmann (45) aus Norddeutschland, Apostel Gerrit Seepers (58) aus den Niederlanden, Bezirksevangelist Jürg Meier (50) aus der Schweiz, Bezirksapostelhelfer Frank Dzur (45) aus Kanada und Bezirksevangelist Robert Ehmer (39) aus den USA. Die Mitglieder kommen also aus Europa und Nordamerika - damit wird klar, dass die Harmonisierung der Jugendarbeit vor allem in der industrialisierten Welt erreicht werden soll. Eine Vereinheitlichung auf andere Gebiete ausstrahlen zu lassen, zielte an den kulturellen Unterschieden dieser Länder vorbei.

Bei der Gründungssitzung 1998 äußerte der Stammapostel den Wunsch, dass neuapostolische Jugendarbeit den echten und lebendigen Glauben, die Liebe zu Gott und die freudige Hoffnung auf die Wiederkunft Christi festigen soll. Der Auftrag an die PG beinhaltet darum drei wesentliche Ziele: Die Erstellung eines Gesamtkonzeptes für die Jugendpflege in der Neuapostolischen Kirche, eine Aufstellung von Kriterien zur Auswahl der vielen ehrenamtlichen Jugendbetreuer und die Bereitstellung von Hilfsmitteln zur Unterstützung ihrer Arbeit sowie die Erstellung von Anleitungen zur Gestaltung der regelmäßig stattfindenden Jugendstunden.

Rund 6 Mal tagt die Projektgruppe pro Jahr, 2 bis 3 Arbeitstage sind dann angesetzt. Besonders die Ausarbeitungen von schriftlichen Anleitungen für Jugendstunden haben es in sich. Sie sind deshalb so zeitaufwändig, weil nicht nur ein passendes, die Zielgruppe der Jugendlichen interessierendes Thema gefunden werden muss, sondern weil auch Vorgaben zur Methodik und Didaktik mitgeliefert werden.

Mit welchen Themen sollen die Jugendbetreuer vor Ort die jugendliche Zielgruppe beschäftigen? Thematische Schwerpunkte aus dem Bereich Glaubensverständnis sind u.a. "Neuapostolisch - warum und wozu?", "Die Zehn Gebote - Gängelei oder Lebenshilfe" oder "Bleibende Werte". Themenbeispiele aus dem Bereich Glaubenspraxis lauten "Gottesdienste intensiv erleben", "Fremde Lehren erkennen" oder "Tätige Nächstenliebe". Im Kapitel Lebenshilfe geht es um solche Themen wie "Umgang mit Medien", "Selbstverwirklichung" oder "Probleme bewältigen - Konflikte lösen".

Insgesamt arbeitet die PG an 45 Themen, die ausführlich und didaktisch ausgefeilt den Jugendbetreuern nach und nach zur Verfügung gestellt werden sollen. Didaktisch fällt auf, dass vor allem die Mitarbeit der Jugendlichen gefragt ist. Die Jugendstunden haben mehr den Charakter eines Workshops. Auf das Gespräch, den Dialog wird gesteigerten Wert gelegt.

Der Genehmigungsweg für alle diese Artikel braucht zwar Zeit, ist aber unerlässlich, er sieht in etwa so aus: die PG-Mitglieder schreiben entweder selbst oder delegieren die jeweilige Ausarbeitung an andere, dann spricht die gesamte Gruppe über den ersten Textvorschlag. Danach liest die theologische Redaktion im Verlag Friedrich Bischoff den Text mit, denn gerade bei glaubensbezogenen Lektionen kann man eventuell Aussagen aus anderen Publikationen übernehmen. Dann wird eine englische Übersetzung des Artikels angefertigt, die nach USA/Kanada geht. Dort lesen die beiden englischsprachigen Mitglieder den Text gewissenhaft durch und machen ihre Anmerkungen. Abschließend befasst sich die Koordinationsgruppe (KG) mit der Ausführung, vor allem inhaltlich. Erst wenn alle Korrekturen eingebaut worden sind, ist ein Thema wirklich abgeschlossen und kommt in den Katalog der Ausarbeitungen.

Was nun ist der Grundgedanke für diesen aufwändigen, aber sehr gründlichen Weg der schriftlichen Anleitung? Dazu Edmund Stegmaier: "Oberstes Ziel und Schwerpunkt der seelsorgerischen Pflege an Jugendlichen ist die Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi. Um zu diesem Ziel zu kommen, soll jede Glaubensschwester und jeder Glaubensbruder einen verständnisvollen Seelsorger als persönlichen Ansprechpartner an ihrer/seiner Seite haben!"
Dieser Leitsatz gilt, so die PG-Mitglieder, trotz unterschiedlicher Gegebenheiten in den einzelnen Gebietskirchen weltweit.

 

Die PG Jugendpflege
Die Projektgruppe Jugendpflege wurde am 5. Mai 1998 durch Stammapostel Richard Fehr gegründet. Der Auftrag lautet, ein weltweit - zumindest für die industrialisierte Welt - einsetzbares Jugendkonzept der Neuapostolischen Kirche zu schaffen, das die Jugendarbeit inhaltlich und organisatorisch vereinheitlicht. Aktuelle Mitglieder sind: Apostel Edmund Stegmeier (Vorsitz), Bezirksapostelhelfer Frank Dzur, Apostel Michael Ehrich, Apostel Gerrit Seepers, Apostel Günter Wiktor, Bischof Arvid Beckmann, Bezirksevangelist Robert Ehmer und Bezirksevangelist Jürg Meier.
Jugendpflege in der Neuapostolischen Kirche
Noch in diesem Jahr sollen erste Lektionen (aus insgesamt 45) an die Jugendbetreuer in den Gemeinden gelangen. Die einzelnen Themen untergliedern sich in drei Bereiche: Glaubensverständnis, Glaubenspraxis und Lebenshilfe. Es gibt aber auch umfangreiche und detaillierte Aussagen über die Organisation der Jugendarbeit. Grundgedanke der Jugendpflege ist, den neuapostolischen Jugendlichen einen verständnisvollen Seelsorger als persönlichen Ansprechpartner zur Seite zu stellen. Oberstes Ziel ist, die Jugendlichen auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten. Das bedeutet, sie für die Werte des Glaubens zu begeistern und ihnen dabei behilflich zu sein, zu glaubenstarken Persönlichkeiten heranzureifen. Die Vorbildwirkung des Jugendbetreuers ist dabei von entscheidender Bedeutung. Er soll die Grundsätze aus dem Leitbild "Dienen und Führen in der Neuapostolischen Kirche" (siehe www.nak.org/le/le-d-0105.html) verinnerlichen und praktizieren.