2.4.6 Der sechste Glaubensartikel

Ich glaube, dass die Heilige Taufe mit Wasser der erste Schritt zur Erneuerung des Menschen im Heiligen Geist ist und dass dadurch der Täufling aufgenommen wird in die Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben und ihn als ihren Herrn bekennen.

Der sechste Glaubensartikel gilt der Heiligen Wassertaufe. Er bringt wesentliche Elemente der Wassertaufe zur Sprache. Durch sie wird die grundsätzliche Trennung des Menschen von Gott aufgehoben. Dies geschieht nicht durch das Verdienst des Menschen, durch seine freie Hinwendung zu Gott, sondern vielmehr dadurch, dass Gott sich dem Menschen zuneigt und ihn von der Herrschaft der Sünde befreit. Der Mensch hat durch diese Zuwendung Gottes Anteil am Opfer Christi, an seiner die Sünde überwindenden Macht. Unmittelbar deutlich wird dies dadurch, dass die Erbsünde durch die Wassertaufe abgewaschen und der Täufling in die Kirche Jesu Christi eingefügt wird; er wird also Christ.

Die Heilige Wassertaufe enthält noch nicht alles, was zum neuen Sein des Menschen vor Gott notwendig ist. Sie ist „der erste Schritt zur Erneuerung des Menschen im Heiligen Geist“. Dieses Erneuerungsgeschehen im Heiligen Geist, das mit der Heiligen Wassertaufe begonnen hat, findet seine Fortsetzung durch die Vermittlung Heiligen Geistes in der Heiligen Versiegelung. Erst dann ist der Mensch wiedergeboren aus Wasser und Geist.

Die Wassertaufe konstituiert nicht nur Gemeinschaft mit Gott, sondern auch Gemeinschaft der Christen untereinander, denn „der Täufling [wird] aufgenommen [...] in die Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben und ihn als ihren Herrn bekennen“. Der Glaube an Jesus als den Christus und als den Herrn, nämlich als die das Leben bestimmende Macht, ist etwas, was die glaubenden Christen miteinander verbindet.

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