Wort zum Monat

Geistlicher Segen

Mai 2005

Die letzte Tat Christi auf Erden, nach Opfertod und Auferstehung: Er segnete seine Jünger, bevor er zum Vater zurückkehrte: "Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel." (vgl. Lukas 24,51). - Auch heute segnet der Herr in vielfacher Weise.

Denken wir an die Heilige Wassertaufe - ein Zufluss von Segen ohnegleichen: Die Sünde wird abgewaschen, die Schuld getilgt und der Herr schließt einen Bund mit dem Menschen. Welch ein Segen ist mit der Heiligen Versiegelung verbunden, wenn durch Gebet und Handauflegung eines Apostels die Gabe des Heiligen Geistes gespendet wird. Wir werden zu einer neuen Kreatur in Christus, aus Menschenkindern werden Gotteskinder, Erben der zukünftigen Herrlichkeit. Segen empfangen wir auch bei der Konfirmation, zur Eheschließung und bei einem Amtsauftrag. Und am Ende jedes Gottesdienstes wird der Schlusssegen auf uns gelegt: "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!" Diese Zusage Gottes befähigt uns, die folgenden Tage im göttlichen Sinn zu durchwandern.

Es gibt irdischen und geistlichen Segen. Meist schätzt man den Segen im Irdischen mehr als den geistlichen. Wie schön ist es doch, wenn das Bankkonto wächst, man im Beruf vorankommt, es der Familie wohl ergeht, man bis ins hohe Alter munter und gesund ist. Was also an Gutem unmittelbar ins Auge springt, wird als Segen empfunden. Dennoch muss gesagt werden: Geistlicher Segen ist wertvoller! Gott kann - wenn er will - im Natürlichen segnen. Irdischer Reichtum muss jedoch nicht immer zum Segen gereichen. Wer aber geistlich gesegnet ist, darf glücklich und selig sein.

Was ist geistlicher Segen? Wenn wir glauben können, wenn wir getrieben werden zu beten, wenn wir in der tätigen Liebe wirken, wenn wir freudig nachfolgen können, wenn wir treu bleiben bis zuletzt. All diese Gaben schenkt uns der himmlische Vater in seiner unermesslichen Liebe.

Zu Abraham sagte Gott: "Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein." (1.Mose 12,2). Dieses Wort gilt auch uns: Gott segnet uns, und wir können und sollen ein Segen sein. Wie kann das geschehen? Wenn wir Zeugen unseres Glaubens sind, wenn wir Müde zu neuer Kraft und Freude aufmuntern, wenn wir Schwache tragen, wenn wir Verlorene zurückbringen, wenn wir für jeden ein liebes Wort haben und in der Not helfen. Solch ein Wirken macht glücklich und selig und bringt Segen.

Den größten Segen empfangen wir jedoch am Tag des Herrn, wenn wir aus Gnaden angenommen werden. Dieser Segen macht uns nicht nur glücklich und selig, sondern herrlich. Nach diesem Segen lasst uns unermüdlich mit aller Glaubenskraft streben!

(Aus einem Gottesdienst des Stammapostels)