Wort zum Monat

Göttliche Speise

Juni 1999

Gott beauftragte einst den Propheten Hesekiel, den Israeliten das Wort und den Willen des Herrn zu verkündigen. Dazu gab der Allmächtige seinem Diener die Anweisung, er solle zuvor den Mund auftun und einen Brief, "beschrieben auswendig und inwendig", essen, den ihm eine Hand entgegenstreckte (Hesekiel 2, 8-10).

Was bedeutet dieses Bild? Der Prophet sollte das weitervermitteln, was er von Gott empfangen hatte. Daß der Brief aus- und inwendig beschrieben war, signalisiert, daß es sich um eine inhaltsreiche Botschaft handelte. Der für Hesekiel bestimmte Brief enthielt aber beileibe nicht viel Schönes, sondern hauptsächlich "Klage, Ach und Wehe". Das war nicht verwunderlich, wenn man sich den Ungehorsam des damaligen Volkes Gottes vor Augen führt, zu dem der Prophet hingehen sollte, um zu predigen.

Auch heute haben die Knechte Gottes den Auftrag, stets neu das aufzunehmen und zu "essen", was ihnen vom Thron Gottes übermittelt wird. Gottesdienst für Gottesdienst geben sie weiter, was der Heilige Geist ihnen mitteilt. Aber in den Briefen stehen nicht mehr "Klage, Ach und Wehe", sondern Gnade und Heil, Kraft und Segen, Friede und Freude. Allerdings ist die Wirkung der Gnade, des Wortes Gottes, der Hilfe aus Himmelshöhen, des Friedens aus Christo und des göttlichen Segens an eine göttliche Ordnung geknüpft: Man muß den Mund auftun und essen! Das heißt also: das Wort Gottes mit verlangendem Herzen aufnehmen und im Glauben danach handeln, die Gnade erfassen, freudig nachfolgen und treu bleiben bis zuletzt. Darum heißt es für uns: Tu deinen Mund auf, dein Herz und deine Seele auf, iß und trink, was die Liebe Gottes dir bereitet!

Der Gottessohn bezeichnete sich selbst als das Brot des Lebens, das vom Himmel kommt. Er gibt uns Kraft auf dem Weg zum Ziel, damit uns nichts - kein Geist und kein Gedanke - aufhalten kann. Das Lebenswasser erquickt und vermittelt Trost und Frieden. Niemand kann so trösten wie der Herr durch seinen Geist, den er als Tröster gesandt hat. Das Wort des Herrn ist süß und macht gesund wie Honig, der vielfach auch in der Medizin verwendet wird. Dieses Wort wirkt gegen die Kälte des Unglaubens. Denn die "reiche Botschaft" von oben soll ja nicht nur gut schmecken, sondern auch etwas bewirken: Kräfte mobilisieren, der wir bedürfen, um den Glaubensweg bis zum seligen Ende zu gehen.

Herzlichst,<br/> Ihr

Richard Fehr

 

 

Wort zum Monat

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(November 2019) Der Heilige Geist wirkt kraftvoll ‒ das war damals so, das ist heute so und das wird auch morgen so... mehr ...