Wort zum Monat

Erfüllt von Göttlichem

Oktober 2011

Der Epheserbrief enthält den Wunsch, dass die Epheser „mit der ganzen Gottesfülle“ erfüllt sein mögen (Epheser 3,19). Es gibt so vieles, das die Menschen erfüllen kann: sportliche Aktivitäten, Politik, Karriere, aber auch Sorgen und Lasten. Doch ist unser Blick nicht auf das Irdische, sondern auf das Geistige gerichtet. Wir blicken ins eigene Herz: Was erfüllt uns? Es ist großartig, wenn wir mit der ganzen Gottesfülle erfüllt sind. Aber was bedeutet das? Ich will einige Beispiele aus der Heiligen Schrift anführen, damit verständlich wird, was damit gemeint ist.

Jesus erfüllte der Wunsch, seinem himmlischen Vater nahe zu sein. Als er ein zwölfjähriger Junge war, suchten ihn einmal seine Eltern und fanden ihn im Tempel. Da sagte er zu ihnen: „Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?“ Das erfüllte ihn. Oft lesen wir in der Bibel, dass er auf einen Berg ging und betete, manchmal eine ganze Nacht.

Wenn uns der Wunsch erfüllt, Gott nahe zu sein, dann gehen wir in den Gottesdienst, denn dort ist uns Gott ganz nahe.

Als der Herr mit seinen Jüngern auf dem See war, erhob sich ein gewaltiger Sturm, sodass das Boot in Gefahr kam, unterzugehen. Da wurden die Jünger unruhig. Sie wussten nicht, was sie tun sollten, und waren von der Sorge erfüllt, wie sie sich retten konnten. Was tat Jesus? Er lag im Boot und schlief. Er muss von völliger Ruhe und Gelassenheit erfüllt gewesen sein. Er war sich sicher, in Gottes Hand zu sein. Mag auch uns in den Stürmen des Lebens eine solche Ruhe erfüllen in dem Wissen: Wir sind in Gottes Hand.

Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter gab der Herr ein Beispiel dafür, wie man handelt, wenn man von Nächstenliebe erfüllt ist. Wie schön, wenn wir von solcher Liebe erfüllt sind und nicht wegschauen, wenn wir andere aufrichten und ihnen behilflich sind, damit sie ihren Weg fortsetzen können. Es ist wunderbar, wenn eine solche Grundeinstellung in der Gemeinde vorhanden ist, dass einer dem anderen hilft und alle von Liebe erfüllt sind. Das ist eine starke, eine lebendige Gemeinde, die eine Ausstrahlung hat. Das wird wahrgenommen.

Man sieht auch, wenn wir von dem Wunsch erfüllt sind, dem Herrn zu dienen. Dabei denke ich an Apostel Paulus, der von diesem Wunsch erfüllt war. Er hatte mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es ist wirklich erstaunlich, dass er nie aufgab. Er war durchdrungen von dem Wunsch, dem Herrn zu dienen.

Unser Herz ist wie ein Gefäß, das ein begrenztes Fassungsvermögen hat. Man kann es nicht endlos anfüllen. Wenn wir völlig von irdischen Dingen erfüllt sind, dann ist kein Platz mehr für Geistiges. Darin sehe ich heute eine Gefahr: Dass wir zu sehr von Irdischem erfüllt sind, von unseren Problemen und Nöten, sodass kein Platz mehr für das bleibt, was der Herr anbietet.

Wir wollen also Acht geben, dass immer genügend Raum für den Heiligen Geist vorhanden ist. Wenn das der Fall ist, handeln wir entsprechend. Lasst uns darauf Acht haben, was uns erfüllt. Denn mit der Gottesfülle erfüllt sein, heißt, dass es sich bei allem um Göttliches handelt. Danach wollen wir streben.

(aus einem Gottesdienst des Stammapostels)