Wort zum Monat

Glaubensbekenntnis und Katechismus

August 2010

In fast allen religiösen Gemeinschaften gibt es ein Glaubensbekenntnis. Es hat verschiedene Funktionen. Zum einen ist es Ausdruck der Gemeinschaft, die durch diesen Glauben gegeben ist; es fasst wesentliche Punkte der Glaubenslehre zusammen und enthält eine Verpflichtung, nach diesem Glauben zu leben, und nennt zentrale Glaubensinhalte.

So hat auch unsere Kirche bereits vor mehr als 100 Jahren ein Glaubensbekenntnis formuliert. Es hat mehrere Überarbeitungen erfahren, zuletzt 1992.

Nun haben sich in unserer Kirche in jüngster Vergangenheit einige Lehraussagen geändert. Erinnern möchte ich nur an das geänderte Taufverständnis. Deshalb sah ich es als notwendig an, eine Projektgruppe damit zu beauftragen, die Glaubensartikel zu überarbeiten. Dabei stellte sich schnell heraus, dass eine Präzisierung unserer zehn Glaubensartikel wünschenswert sei. Deshalb wurden die Formulierungen eingehend überprüft und – soweit es erforderlich war – angepasst.

Die Grundstruktur der Glaubensartikel ist dabei unverändert geblieben. Die ersten drei Artikel entsprechen dem so genannten „Apostolikum“, das innerhalb der christlichen Kirchen hohes Ansehen genießt. Im vierten Artikel wird mehr als bisher in den Mittelpunkt gerückt, dass Jesus Christus seine Kirche regiert. Von ihm her ist alles zu sehen, auch die Sendung der Apostel. Der fünfte Artikel präzisiert unsere Glaubensauffassung hinsichtlich der weiteren Ämter. Die Glaubensartikel sechs bis acht befassen sich mit den Sakramenten. Dabei wird im 6. Glaubensartikel das neue Verständnis der Heiligen Wassertaufe zum Ausdruck gebracht. Im neunten Glaubensartikel wird unsere Zukunftshoffnung entfaltet. Der zehnte Glaubensartikel wurde nicht verändert.

Die Glaubensartikel bieten uns Sicherheit. Sie enthalten zentrale Glaubensinhalte in knapper Form. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass nicht alle Aspekte der Lehre erschöpfend dargestellt werden können. Insbesondere bringen die Glaubensartikel nicht zum Ausdruck, wie wir zu anderen christlichen Überzeugungen stehen. Ein Grundsatz ist aber schon des Öfteren von mir betont worden, ich wiederhole ihn hier noch einmal: Gott ist in seinem Handeln immer souverän. Wir können nicht ausschließen, dass Gott im Einzelfall auch außerhalb der von uns erkannten Ordnungen wirkt. Nähere Aufschlüsse über unsere Haltung werden ergänzende Veröffentlichungen geben.

Außerdem wird das Glaubensbekenntnis eingehend in einem Buch dargestellt, in dem die Lehraussagen unserer Kirche detailliert beschrieben werden. Das neue Werk, das im Jahr 2012 fertig gestellt sein soll, ist hauptsächlich für unsere Geschwister gedacht, dient aber auch interessierten Menschen und Institutionen als Grundlage für das Verständnis der Lehre der Neuapostolischen Kirche.

Nach reiflichen Überlegungen sind die Bezirksapostel, die Autoren und ich zu dem Ergebnis gekommen, dass das Buch den Titel „Katechismus der Neuapostolischen Kirche“ tragen wird. Der Begriff mag für manche Ohren fremd klingen; aber es handelt sich um ein Werk, das die Glaubenslehre ausführlich darstellt. So ein Buch wird richtigerweise „Katechismus“ genannt. Bisher hatten wir das Büchlein „Fragen und Antworten“, das dann, voraussichtlich 2012, durch den „Katechismus der Neuapostolischen Kirche“ ersetzt wird.

Wilhelm Leber

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