Wort zum Monat

Den Saum des Gewandes berühren

Juni 2009

Als der Herr Jesus auf Erden wirkte, zog er durch die Dörfer und Städte. Auch zum See Genezareth kam der Herr mit seinen Jüngern. Da brachte man die Kranken und solche, die allerlei Gebrechen hatten, zu ihm. Die Kranken und Gebrechlichen baten den Herrn, dass sie den Saum seines Gewandes berühren dürften, und die Bibel berichtet, dass alle, die sein Gewand berührten, geheilt wurden (vgl. Matthäus 14).

Bei dem Geschehen damals standen leibliche Krankheiten und Gebrechen im Mittelpunkt. Heute schauen wir einmal nicht auf diese irdischen Krankheiten, sondern auf geistige und solche Gebrechen, welche die unsterbliche Seele betreffen. Da gibt es solche, die nicht glauben können: Sie glauben nicht, dass Gott seinen Sohn zur Erlösung der Menschen auf die Erde kommen ließ, glauben nicht an die erlösende Kraft aus dem Opfer Christi oder an die Sendung der Apostel Jesu Christi.

Andere haben keinen Frieden im Herzen, weil Angst, Not und Sorge ihren Alltag bestimmen.

Andere wiederum sorgen sich vor der Zukunft, sie haben keine Hoffnung, fühlen keine Liebe im Herzen, weil ihnen die Verheißung des Wiederkommens des Gottessohnes in die Ferne gerückt ist; sie hoffen nicht mehr auf den nahen Tag seiner Wiederkunft.

Allen, die von solchen Krankheiten geheilt werden wollen, gebe ich den Rat: Berührt doch den Saum des Gewandes Jesu Christi! Dann geschieht Heilung und Linderung.

Da taucht die Frage auf: Wie soll man das machen? Im Geist ist das möglich. Da ist das Gebet. Wenn wir das Verlangen haben, von seelischen Gebrechen frei zu werden, dann gehen wir auf die Knie und beten. Wenn der Glaube gestärkt werden soll – legen wir es doch ins Gebet, damit berühren wir den Saum des Gewandes des Herrn. Dann fließt Kraft in unsere Herzen, dann werden wir erleben, dass Gott mit uns ist und wir werden mit Frieden und Freude erfüllt sein. So schöpfen wir neue Hoffnung, werden mit Liebe erfüllt. Das Gebet wird unterstützt durch den Gottesdienst: Da wird das Evangelium verkündigt, Heiliges Abendmahl gefeiert. Auch der Hausbesuch des Priesters mag dazu beitragen, den Saum des Gewandes des Erlösers ergreifen zu können: Ein gemeinsames Gebet öffnet Wege! Wenn man sich in die Gemeinde einbringt, mag dies das Ergreifen des Gewandes im Gebet unterstützen.

Die Heilung von geistlichen Krankheiten und Linderung der Gebrechen der unsterblichen Seele sind sehr wichtig für uns, denn wir streben dem Ziel unseres Glaubens zu: Da brauchen wir einen starken Glauben, da hilft uns eine feste Hoffnung, da wollen wir gefestigt sein in der Liebe. Wir wollen ja würdig sein, wenn der Herr wiederkommt, sodass er uns zu sich nehmen kann und wir in alle Ewigkeit bei ihm sind.

Das ist unser Ziel, und es ist doch wunderbar, dass wir alle dasselbe Ziel haben – nicht irgendein Ziel, nicht mehrere Ziele. Deshalb lasst uns diesem Ziel zustreben und heute den Saum des Gewandes des Gottessohnes berühren, damit wir Hilfe für seelische Gebrechen erhalten und mit neuem Frieden und neuer Freude erfüllt werden.

(Aus einem Gottesdienst des Stammapostels)