Wort zum Monat

Kleine Siege

Oktober 2007

Als Apostel Paulus der Gemeinde in Korinth Christi Sieg über den Tod und unsere Auferstehungshoffnung vor Augen stellte, schloss er seine Ausführungen mit dem Hinweis: „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!“ (1. Korinther 15,57). – Der Sieg über den Tod, der aus dem Opfer Jesu kommt, ist einzigartig und nicht wiederholbar. Es gibt jedoch „kleine Siege“ auch in unserem Glaubensleben.

Die Geschichte unserer Kirche gibt Zeugnis davon, dass seit der erneuten Wirksamkeit von Aposteln solche Siege errungen wurden. Wenn ein Sünder Buße tut und im Namen des Herrn durch Apostel Vergebung der Sünden gewirkt wird, ist das ein Sieg; wenn Menschen zu Gotteskindern werden, ist das ebenfalls ein Sieg; wird ein Ungläubiger gläubig oder ein Törichter weise zum Himmelreich – was für schöne Siege! Und wenn welche bereit sind, dem Herrn zu dienen, die das zuvor abgelehnt haben, dann sind auch sie siegreich! In diesem Sinn sind viele Siege errungen worden in den vergangenen mehr als 150 Jahren. Wir müssen sagen: Der Herr hat sie bereitet, es ist nicht unser menschlicher Verdienst.

Nun wünsche ich mir, dass solche Siege auch künftig errungen werden, dass jeder Einzelne „Anteil bekommt an der göttlichen Natur“, wie das Apostel Petrus schreibt (vgl. 2.Petrus 1,4). Anteil am siegreichen göttlichen Leben und Wesen haben wir bereits in der Wiedergeburt aus Wasser und Geist erhalten; diese göttliche Natur soll sich in uns entfalten und zur Vollendung kommen, indem wir Liebe Gottes ausstrahlen, Irdisches hinten anstellen, Frieden halten. Dazu helfen uns die „kleinen Siege“.

Ist das nun Schönfärberei, gab es nicht auch Niederlagen? Ja, es gab da und dort sicherlich auch Rückschläge. Manches Mal hat der Fürst der Welt einen Sieg davongetragen. Aber Gott kann es fügen, dass aus dem, was wie eine Niederlage aussieht, ein Sieg wird: Josef bekannte sich zum Herrn und hielt sich von der Sünde fern: „Wie sollte ich denn nun ein solch großes Übel tun und gegen Gott sündigen?“, sprach er, als die Ehefrau Potifars ihn bedrängte (vgl. 1. Mose 39,9). Schließlich wurde er ins Gefängnis geworfen. Das sah nach einer bitteren Niederlage aus. Aber der Herr hat das gewendet und aus der Niederlage einen glanzvollen Sieg gemacht: Josef wurde vom Pharao zum mächtigsten Mann über Ägypten gesetzt. - Man muss also vorsichtig sein mit voreiligen Wertungen. Manches, was wie eine Niederlage aussieht, kann letztlich zu einem Sieg werden. Und selbst, wenn es einmal so aussieht, als wäre die Niederlage unwiderruflich, dann lasst uns nicht auf sie schauen, sondern auf die Siege. Luther formuliert in einem Psalm: „Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten.“ (Psalm 118,15). Mit Freuden singt man nicht von Niederlagen, sondern von Siegen; diese im Auge zu behalten, die göttliche Sicht sich aneignen, lässt manches Gute, Schöne, Positive feststellen. Wir wollen stets auf den Sieg schauen.      

(Aus einem Gottesdienst des Stammapostels)

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