Wort zum Monat

Leben im Licht des kommenden Tages

März 2007

Wenn die Nacht zu Ende geht, dann bricht unaufhaltsam der neue Tag an. Und ehe man es meint, ist es hell. Mit diesem Bild beschreibt Apostel Paulus im Römerbrief das nahe Kommen des Herrn: „Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen.“ (Römer 13,12). Ich bin überzeugt: Wenn wir das Ziel erreicht haben werden, dann werden wir überrascht sein, dass der Tag des Herrn so schnell herbeigekommen ist.

„Der Tag ist nahe herbeigekommen“ – nehmen wir diese Worte zu Herzen und richten wir unser Leben entsprechend ein. „Leben im Licht des kommenden Tages“ – das soll unser Motto sein.

Ich denke an das Volk Israel auf dem Weg ins Gelobte Land. Man kann sich vorstellen, dass die Sehnsucht bei denen, die auf die Erfüllung der Verheißung hofften und sich danach einstellten, immer größer wurde, je näher sie Kanaan kamen. Sie konnten den Tag kaum erwarten, an dem sie dort einziehen würden. Sie lebten in gewissem Sinn „im Licht des kommenden Tages“ – jenes Tages, an dem sie das verheißene Land einnehmen würden.

Lebte nicht auch Jesus im Licht des kommenden Tages? Je näher er Gethsemane und Golgatha kam, desto mehr konzentrierte er sich auf sein „Ziel“, auf Ostern, auf die Verherrlichung durch seinen Vater. Als er ein letztes Mal vor seiner Gefangennahme mit den Jüngern zusammen war, wusste er, dass die Stunde nahe war, in der ihn sein himmlischer Vater in der Auferstehung verherrlichen würde. Und er schaute nicht nach rechts oder links. Er ging seines Weges. Er lebte an Karfreitag schon im Licht des kommenden Tages. Ich bin gewiss, dass ihm der Gedanke: „Der Tag – die Auferstehung – wird kommen“, Kraft gegeben hat, das große Opfer zu vollbringen.

Auch für uns gilt es, im Licht des kommenden Tages – des Tages der Wiederkunft des Herrn – zu leben. Wir wissen zwar nicht, wann dieser Tag kommen wird, aber wir wissen, er ist nahe. Diejenigen, die auf die Erfüllung der Verheißung warten und sich danach einstellen, sehen das Licht des kommenden Tages schon leuchten. Fühlen wir nicht, dass das Ziel immer näher rückt? Lasst uns also unser Leben entsprechend ausrichten. Konzentrieren wir uns auf das Ziel! Mit anderen Worten: Leben wir im Licht des kommenden Tages. Denn: „Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen.“ Glauben wir es einfach, und tun wir alles, was nötig ist, um an diesem großen und herrlichen Tag würdig zu sein.

(Aus einem Gottesdienst des Stammapostels)

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