Wort zum Monat

Speise für die Seele

Februar 2007

Wir kommen in den Gottesdienst, um mit dem dreieinigen Gott Gemeinschaft zu haben, um Gnade zu empfangen, um Speise für die Seele aufzunehmen, um Gottes Wort zu hören. Dazu ist es notwendig, sich nicht von irdischen Dingen ablenken zu lassen. Wir wollen uns auf das konzentrieren, was Gott gibt, unser Herz öffnen und zugreifen bei dem, was von oben, vom Herrn kommt.

Ich habe mich gelegentlich mit dem Wort des Propheten Jeremia beschäftigt: „Dein Wort ward meine Speise, sooft ich's empfing.“ (Jeremia 15,16). In anderen  Übersetzungen steht – etwas näher am Grundtext: „Fanden sich deine Worte, dann habe ich sie gegessen.“ Oder auch: „Fanden sich Reden von dir, ich verschlang sie.“ Wann immer der Prophet auf das Wort Gottes stieß, es ihm begegnete – damals gab es ja kein gottesdienstliches Geschehen wie heutzutage –, wann immer also die Gelegenheit bestand, Gottes Wort zu hören, hat er es aufgenommen, gegessen, verschlungen, so sagt er; er hat es als Speise genossen, es verinnerlicht.

Das ist auch der Rat an uns alle heute.

Wenn wir das Wort Gottes hören, dann soll das nicht so sein, als würden wir eine Vorlesung oder irgendeinen Bericht hören, sondern dann wollen wir das Wort Gottes essen. Wer ein spannendes Buch liest, „verschlingt“ es, weil er sich gar nicht davon lösen kann. Er wird hineingeführt in eine ganz andere Welt, die ihn gefangen nimmt. – Das sagt man wohl meistens nicht von der Bibel ... Und wie empfinden wir es beim Hören des Wortes Gottes? Es kommt ja aus einer ganz anderen Welt, denn es kommt vom Thron Gottes, wie verheißen ist: Was der Heilige Geist hören wird, das wird er reden. Und es führt uns in eine ganz andere Welt. Und da hinein wollen wir uns führen lassen. Wir wollen uns so von dieser Atmosphäre gefangen nehmen lassen, dass wir gar nicht mehr hinaus wollen.

Das Wort Gottes soll immer Speise für unsere Seele sein – nicht nur dann, wenn der Bezirksapostel dient; sondern auch dann, wenn der Priester am Altar steht, wenn ein ganz schlichter Gottesdienst gehalten wird. Lasst uns stets hineintauchen in die göttliche Atmosphäre, sodass Gottes Wort, aus der Herrlichkeit kommend, wirklich zur Speise für die Seele wird, sie den köstlichen Frieden daraus zieht und Freude empfindet.

(Aus einem Gottesdienst des Stammapostels)

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