NAK von A bis Z

Ursünde

(Erbsünde)

Erbsünde (Ursünde) ist der durch den Sündenfall von Adam und Eva entstandene Zustand des Getrenntseins des Menschen von Gott, der Gottferne (vgl. 1. Mose 3,23; Psalm 51,7 und Römer 5,18.19). Das bedeutet, dass jeder Mensch als Angehöriger des Menschengeschlechts vom Beginn seiner Existenz, also vor jeder Tat und jedem Gedanken Sünder ist, selbst wenn eine individuelle Sünde noch nicht vorliegt. In der Taufe wird die Erbsünde (Ursünde) abgewaschen. Das Bild des Abwaschens bringt zum Ausdruck, dass Gott den Zustand des dauerhaften Getrenntseins von ihm und der Gottferne aufhebt. Er führt den Menschen in ein erstes Näheverhältnis zu ihm und schenkt die Fähigkeit, mit ihm Gemeinschaft zu haben.

Die Neigung des Menschen zur Sünde (Konkupiszenz) als weitere Folge des Sündenfalls bleibt trotz der Taufe bestehen.

Auch der Tod als Folge des Sündenfalls behält seine Wirkung.

Gottes Erlösungswille findet seinen sichtbaren Ausdruck in Jesu Opfer, Auferstehung und Himmelfahrt. Dadurch haben alle Menschen aus Gnaden die Möglichkeit, Heil und Erlösung zu erlangen, d.h. letztlich für immer der Sünde und ihren Folgen zu entgehen und in ewiger, unauflöslicher Gemeinschaft mit Gott dem Vater und seinem Sohn zu sein.