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Patchwork-Familie

(Eltern | Familie)

Als Patchwork-Familie (auch Stief- oder Fortsetzungsfamilie genannt) bezeichnet man neue Familienformen, die durch Scheidung, Trennung oder Verwitwung und darauf folgende Wiederverheiratung bzw. Bindung mit einem neuen Lebensgefährten (einer neuen Lebensgefährtin) zustande kommen.

Die Position des Stiefelternteiles gegenüber den Stiefkindern ist zumeist diffus: Sie schwankt zwischen dem Anspruch auf elterliche Autorität auf der einen und freundschaftlich motivierter Zuwendung auf der anderen Seite. Die Stiefkinder geraten wiederum in einen Loyalitätskonflikt, wenn zwischen dem Stiefelternteil und dem abwesenden und (meist) nicht sorgeberechtigten leiblichen Elternteil eine offene oder heimliche Konkurrenz existiert. Durch die diffuse Position des Stiefelternteiles und der Gefahr des Loyalitätskonfliktes für die Stiefkinder ist diese familiäre Gemeinschaft besonderen Belastungen ausgesetzt. Obwohl ein steigender Anteil von Kindern und Jugendlichen in solchen „neuen Familienformen“ aufwächst, bieten Jugendämter und Erziehungsberatungsstellen in der Regel keine auf die Problemlagen dieser Familien zugeschnittenen Beratungsleistungen an.

Die Seelsorge in der Neuapostolischen Kirche ist sich der besonderen Herausforderungen in Patchwork-Familien bewusst und versucht hier zu begleiten. Gerade in gemischt konfessionellen Familien, wie sie oftmals Patchwork-Familien darstellen, ist den nicht neuapostolischen Familienmitgliedern mit besonderer Achtung, Verständnis und Rücksichtnahme zu begegnen.